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02.06.06
Reisender,
kommst Du nach
Amerika, versäume nicht, die Kleinstadt Calabasas zu besuchen. Du
findest das
23123-Seelen-Nest an der Staatsstraße 101 ungefähr 35
Kilometer nordwestlich
von LA Richtung Santa Barbara. In Calabasas blickst Du dem Wahnsinn und
damit
unserer Zukunft ins harmlos scheinende Gesicht. Calabasas ist die
„erste
rauchfreie Stadt“ und darauf auch noch stolz.
Wer
in Calabasas rauchen
will, muss lange suchen. Selbstverständlich ist das Rauchen in
allen öffentlich
zugänglichen Räumen, auf allen Arbeitsplätzen verboten.
Allerdings gibt es
Raucherzonen im Freien, die freilich nur sehr eingeschränkt
genehmigt werden:
Um eine Smoking Area einzurichten, braucht der Antragsteller die
Genehmigung
des Grundstückeigentümers, zwei Pläne, auf denen 17
Angaben zur Lage,
Beschaffenheit etc. des Grundstücks gemacht werden müssen und
eine
Parkplatzanalyse, falls Autos in der Nähe der geplanten
Raucherzone parken
können. Die Größe der Raucherzone richtet sich nach der
Grundstücksfläche. Sie
darf 0,093 qm je 1860 qm, höchstens aber 3,721 qm betragen und
muss mindestens
6,096 Meter von Wegen, Parks und Spielplätzen, 1,524 Meter von
Hauseingängen
und 3,048 Meter von Bäumen und geschützten Pflanzen entfernt
sein.
Ausgeschilderte Raucherzonen (das Schild gibt es beim
Bürgermeister für 30 $ zu
kaufen) werden nur genehmigt, wenn angenommen werden kann, dass kein
Nichtraucher im Umkreis von 6,096 Metern belästigt werden
könnte. Jeder
Behördenangestellter ist befugt, Raucherplätze jederzeit zu
kontrollieren, es darf
keine Kippe, kein Verpackungsmaterial auf dem Boden liegen und es muss
mindestens ein den Feuerschutzbestimmungen entsprechender Aschenbecher
fest
installiert sein.
Besonders
empfehlenswert ist
ein Besuch Calabasas am 4. Juli, denn an diesem Tag wird das beliebte
Feuerwerk
(Eintritt 10 $) abgefeuert. Die dabei frei werdenden Schadstoffe
dürften dem
Rauch von mehr als 100 000 Zigaretten entsprechen.
pawek@web.de
© 2006 Karl Pawek a |