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04.10.00 Nachdem Günter Grass seine Zuhörer
in Vilnius (Litauen) an die wunderbaren Brausepulverdüfte seiner Kindheit
erinnert hat, wurde der alte Herr sehr ernst: „Merkwürdig und beunruhigend
mutet dabei an, wie spät und immer noch zögerlich an die Leiden
erinnert wird, die während des Krieges den Deutschen zugefügt
wurden. Die Folgen des bedenkenlos begonnenen und verbrecherisch geführten
Krieges, nämlich die Zerstörung deutscher Städte, der Tod Hunderttausender
Zivilisten durch Flächenbombardierung und die Vertreibung von zwölf
Millionen Ostdeutschen, waren nur Thema im Hintergrund.“
Grass empfindet die Folgen des Krieges offenbar nicht als verdiente Strafe. Sein Bedauern gilt nicht der Tatsache, dass Deutschland viel zu selten selbstverschuldeter Leiden gedenkt, um künftigen Versuchungen vorzubeugen. Er will, dass der Täter als Opfer erinnert wird, als wäre es angebracht, die unangenehmen Haftbedingungen eines Massenmörders, sein trauriges Los jahrelanger Inhaftierung in Erinnerung zu rufen, Mitleid einzufordern. Dabei könnte es sich noch um eine der üblichen Grassschen Dummheiten handeln, käme nicht noch ein Satz, der die Senilität ihrer Unschuld beraubt: „Es verbot sich, das eine mit dem anderen zu vergleichen oder gar aufzurechnen.“ „Es verbot sich“ kann nur bedeuten, es verbietet sich nicht mehr. Günter Grass ist nicht nur heimgekommen ins Vierte Reich, nun drängt er sich auch noch an die Spitze der Bewegung. pawek@web.de © 2000 Karl Pawek a |
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