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13.12.01 Vor allem die Dummheit der Behörden und ihrer Apparate
ist es, die den Überwachungsstaat so gefährlich macht. Da die meisten
von uns keine Terroristen, Räuber, Triebtäter oder Mörder
sind, wir uns daher zu allem, was wir tun, auch bekennen sollten, brauchen
wir Schützlinge der angeblich doch freiheitlichen und demokratischen
Grundordnung die Kontrolle mittels Video, Richtfunk und Computer nicht zu
fürchten. Sie ist nur eine Verhöhnung unserer Menschenwürde
durch Politiker, die im Namen der Menschenwürde gerne Kriege auslösen,
und darüber hinaus auch noch lästig. Wäre da nicht noch die
unheimliche Dummheit des Apparats. 1967 hatte der Komponist, Dirigent und damalige Lehrer an der Basler Musikakademie, Pierre Buolez, in einem Spiegel-Interview den Opernbetrieb kritisiert und angemerkt: „Die teuerste Lösung wäre, die Opernhäuser in die Luft zu sprengen. Aber glauben Sie nicht auch, dass dies die eleganteste wäre?“ 1995 wurde einer Zürcher Journalistin wegen einer nörgelnden Kritik ein Bombenattentat angedroht. Anfang November 2001 übernachtete Pierre Boulez in Basel und wurde frühmorgens von der Polizei aus dem Hotelbett geholt, sein Pass eingezogen. Bei Abgleich der Hotelgastdaten mit dem Schweizer Fahndungsregister „Ripol“ hatte nämlich der Computer gemeldet, Pierre Boulez sei – wie er 1967 selbst zugegeben habe – ein Sprengstoffterrorist, der seit der Zürcher Bombendrohung als Verdächtigter gesucht wird. Da der weltberühmte, inzwischen 76jährige Komponist auf die Polizisten keinen „gemeingefährlichen Eindruck“ machte, verzichteten sie immerhin darauf, ihn zu verhaften. Eine falsche Bewegung freilich hätte – wie es unlängst in Deutschland wieder einmal geschah – für den Verdächtigten den Tod bedeuten können. pawek@web.de © 2001 Karl Pawek a |
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