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14.12.06
Geflissentlich
berichten die
deutschen Medien über die täglichen Massenmorde im Irak, wo
Monat für Monat
mehr Menschen umgebracht werden, als Zivilisten beim Angriff der
Alliierten ums
Leben kamen. Während aber im März und April 2003 die
Friedensaktivisten ihre
Empörung über das „sinnlose Töten“, das „grausame
Kriegsverbrechen“ lautstark
artikulierten, schweigen sie zu den schrecklichen Massakern jetzt.
Niemand
fordert einen Auslandseinsatz der Bundeswehr, um dem Morden ein Ende zu
machen,
man registriert nur die Opfer und schaut weg. Diese
erbärmliche Haltung
der Friedensbeschwörer hat zwei Ursachen. Zum einen gönnen
sie den USA das
Chaos im Irak. Sollen doch die Amerikaner sehen, wie sie mit den Folgen
des von
ihnen begonnenen Krieges zurechtkommen. Die Friedensaktivisten waren
von Anfang
an gegen diesen Krieg und waschen sich jetzt ihre Hände in
Unschuld. Was gehen
sie Tote an, die ihren politischen Zielen nicht so viel nutzen wie
damals die
Opfer in Jugoslawien? Doch
ursächlicher noch für
ihr Schweigen ist ihre Irritation. Gerne würden sie das Morden im
Irak einen
Bürgerkrieg nennen, freilich sind es nicht Bürger, die dort
einander meucheln,
sondern religiöse Fanatiker. Im Irak findet ein Religionskrieg
zwischen
Schiiten und Sunniten statt. Da aber die Friedensaktivisten zu feige
sind,
einen Krieg, den nicht Christen geführt haben, als Ausbruch des
religiösen
Wahnsinns zu begreifen und die involvierten Religionsführer, wenn
sie nicht
Christen waren, Verbrecher zu nennen, verschlägt es ihnen die
Sprache. Statt
die muslimischen Schriftgelehrten für den Terror, der ihrer
Religionsauslegung
entspringt, verantwortlich zu machen, hofieren sie ihnen, als wäre
jeder Idiot,
wenn er nur an einen Gott glaubt, heilig. Jeder
Iman, jeder Islamist,
der den Glaubensterrorismus gegen Anders-, Un- oder Irrgläubige
nicht mit allen
ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern sucht, ist es
nicht wert,
dass man ihm die Hand reicht, ihn zu Verständigungsgesprächen
einlädt. Mit
Menschen, die Beihilfe leisten zum Massenmord, gibt es nichts zu
verhandeln.
Vor allem aber müssen die Friedensbeschwörer endlich
begreifen, dass es keinen
Unterschied macht, ob Verbrechen im Namen einer staatlichen
oder einer religiösen Doktrin begangen werden. Wer den
Kriegsherren im Sudan,
im Kongo, in Afghanistan die Narrenfreiheit verweigert, darf sie
Religionsführern nicht gewähren, will er sich nicht so
lächerlich machen, wie
es die neudeutsche Friedensbewegung ist.
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