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a . Barbarische Aussichten

. Auch der nächste Terroranschlag wird in der zivilisierten Welt die üblichen Reaktionen auslösen: Die Einen werden den Krieg propagieren, die Anderen politische Lösungen fordern. Leider sind beide Vorschläge unbrauchbar.
Die Lage scheint hoffnungslos: Einen Krieg gegen den Terror können die zivilisierten Staaten nicht gewinnen, weil der Gegner unsichtbar ist und die ganze Welt als Operationsgebiet nutzt. Schon in dem regional eng begrenzten Vietnamkrieg ist es den Amerikanern trotz Flächenbombardements und riesigen Entlaubungsaktionen nicht gelungen, die Aufständischen zu besiegen. Jede Eroberung hatte nur eine Verlagerung des Kampfplatzes zur Folge. Die islamistische Guerilla operiert weltweit und hauptsächlich in der Anonymität der Großstädte, vorzugsweise in den Metropolen der zivilisierten Welt. Verzweifelt versuchen daher die potentiellen Opfer islamistischer Anschläge, einen Gegner zu benennen, um die Illusion aufrecht erhalten zu können, seine Vernichtung würde den Terror stoppen. Ihre tragikkomische Fixierung auf Bin Laden und seine Spießgesellen amüsiert inzwischen gewaltbereite Islamisten weltweit und kann ihnen doch nur recht sein. Denn wer glaubt, durch die Tötung des einen oder anderen Oberterroristen die Anschläge stoppen zu können, offenbart nur seine Naivität, denkt wie ein Narr, der meint, durch die Ermordung eines Papstes und einiger Kardinäle die katholische Kirche auslöschen zu können.
Die Wurzeln des Terrorismus liegen nicht im Hirn eines Anführers, sondern im Glauben und Selbstwertgefühl des islamistischen Teils der Menschheit. Ihr unverstandenes Elend schafft sich religiös begründet ein Ventil in der reaktionären, irrationalen Aggression. Unfähig, die Ursachen des ökonomischen wie intellektuellen Stillstands in der islamischen Welt seit dem Mittelalter zu begreifen, hängen sie wie die Zu-Kurz-Gekommenen auf allen Kontinenten Verschwörungstheorien an, machen Juden und Amerikaner für ihre Lage verantwortlich und halten ihre Allah gewidmete Mordbrennerei für Widerstand. Da terroristische Anschläge viel leichter auszuführen als zu verhindern sind, wird es unter Islamisten noch lange genügend Techniker des Terrors geben, die Anschläge planen und organisieren können, genügend Prediger, die ihnen opferbereite Wahnsinnige zuführen.
Kriege setzen gleichartige Organisationsstrukturen der Gegner voraus, um in einem Sieg, einer Kapitulation oder einem Friedensvertrag enden zu können. Abgesehen vom seltenen staatlich organisierten Terrorismus gibt es keine fassbaren Institutionen, nicht einmal einen islamistischen „Papst“ als Verhandlungspartner, sondern wechselnde Gruppierungen von weltweit operierenden Freiwilligen, die jederzeit ihre Strukturen und Aufenthaltsorte ändern können. Neue Kommunikationstechniken haben neue, vor kurzem noch unvorstellbare Möglichkeiten des Terrorismus geschaffen und gleichzeitig die für zivilisierte Staaten überlebensnotwendige Kommunikation  zu einem für künftige Terroristen äußerst erfolgversprechenden Angriffsziel werden lassen. Noch spielen sie mangels technischen Wissens nur mit den Medien, bald werden sie in der Lage sein, die Versorgungssteuerung in der zivilisierten Welt zu manipulieren, lahmzulegen. Je mehr von ihnen in den Ländern der zivilisierten Welt ein getarntes Leben als Studenten oder Handlanger führen, desto zahlreicher werden die ihnen möglichen Anschlagstechniken und –ziele. Denn die Zivilisation ihrer Gastländer ist ebenso hoch entwickelt wie leicht verletzbar.
Eine beängstigende Folge des hoffnungslosen Anti-Terror-Krieges, den manche schon den Dritten Weltkrieg nennen, sind die immer restriktiveren Sicherheitsmaßnahmen, die formale Demokratien zu Überwachungsstaaten mutieren lassen. Mit der Zerstörung der Liberalität haben die Islamisten bereits ihren ersten großen Sieg errungen.
Aber auch die vorgeschlagenen politischen Lösungen sind illusionär, weil Betrug ein Bestandteil des terroristischen islamistischen Handelns ist. Zum Wohle Allahs wird jeder islamistische Gotteskrieger in einer Position der Schwäche nachgeben und jeder Gewalt abschwören (und sogar auf die Urananreicherung verzichten), um bei der nächsten Gelegenheit gestärkt zuschlagen zu können (möglichst mit Atombomben). Zudem gibt es in der islamistischen Welt keine Handlungsbevollmächtigte mit Überlebenschancen im interkulturellen Dialog. Wer im Islam mit der zivilisierten und damit als sündhaft geltenden Welt ehrlich verhandelt, verliert im eigenen Land jeden Rückhalt.
Dennoch darf die zivilisierte Welt nicht ausschließlich martialisch, sondern muss politisch agieren. Anbiederung freilich, Besänftigung, wie sie einige europäische Regierungen praktizieren, sind nicht politisch, nur kurzsichtig. Um wirklich politische Strategien entwickeln zu können, muss zuerst das Wesen des Konflikts verstanden und akzeptiert werden, dass es sich tatsächlich um einen Zivilisationskonflikt handelt und nicht um eine Empörung der Armen gegen die Reichen, des Südens gegen den Norden, der Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker. In üblicher Selbstüberschätzung haben uns die Verbrechen unserer Vorfahren gegenüber den Völkern Afrikas, Südamerikas und Asiens blind gemacht für die nicht minder schrecklichen Verbrechen, mit denen sich die Eingeborenen gegenseitig auszurotten versuchten. So wurde Afrika weniger durch Kriege der Imperialisten gegen Eingeborene, als durch Stammes- und Religionskonflikte unter den Eingeborenen ausgeblutet. Aber noch immer verstellt der Mythos vom unschuldigen Wilden, vom ausgebeuteten Arbeitsvolk die Wahrnehmung der Wirklichkeit. Die Weißen mögen effektiver getötet haben, die Eingeborenen sehr viel häufiger.
Selbstverständlich dürfen die Verbrechen unserer Ahnen nicht relativiert werden. Doch Geschichte lässt sich nicht mit Kriterien der Moral begreifen. Statt uns durch Schuldgefühle zu lähmen, müssen wir aus Fehlern lernen, um sie künftig selbst vermeiden, sie aber auch bei anderen erkennen zu können. So leben große Teile der islamistischen Welt in Denk- und Gefühlsstrukturen, die durchaus den westeuropäischen im Mittelalter ähneln. Wo der Islam herrscht, ist Aufklärung als die Wurzel unserer ökonomischen, politischen und kulturellen Errungenschaften undenkbar. Das macht diese Gottesanbeter nicht minderwertig, aber auch nicht nachahmenswert. Nicht ihr Glaube ist unser Problem, ihn sollen sie in ihren Ländern ausüben, wie sie es für angebracht halten. Doch ihr Anspruch, ihn uns aufzwingen zu müssen, verbietet jede Toleranz, erfordert Widerstand.
Gewiss wird irgendwann auch in den islamistischen Ländern der Aberglaube dem Wissen weichen müssen. Aber das ist, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, ein sehr langwieriger Prozess. Seine Dauer war irrelevant, solange die auf unterschiedlichen Entwicklungsniveaus lebenden Völker relativ abgeschottete Lebensräume bewohnten. Abgesehen von seltenen Eroberungsversuchen beschränkte sich die Konfrontation auf Grenzkonflikte, die selten das Gewaltpotential innerkultureller Konflikte erreichten. Erst die Globalisierung, vor allem die Entwicklung des Transport- und Kommunikationswesens machte aus lokalen Entwicklungsständen globale Ungleichzeitigkeiten, verlagerte die Konfrontation von den Randgebieten in die Zentren. Dabei gelang es vielen archaischen Völkern erstaunlich gut, durch restriktive Maßnahmen Anpassungen weitestgehend zu verhindern, sogar der Kapitalismus spielt bei vielen nur in den Außenbeziehungen eine Rolle. Viele zivilisierte Völker dagegen zeigten sich durchaus offen für fremde, auch reaktionäre Einflüsse. Daher leben inzwischen in den noch christlich geprägten Ländern sehr viel mehr praktizierende Allahgläubige, als praktizierende Christen in den islamistischen Ländern.
Problematischer noch ist der medial geschürte Neid. Die Menschen in den islamistischen Ländern wissen um den Reichtum im Westen, sie kennen die Autos, die Häuser, den Luxus und können nicht verstehen, warum sie, die doch auch arbeiten, an diesem Reichtum nicht teilhaben sollen. Weil sie die entwicklungsgeschichtlichen Ursachen dieser Ungleichheit (protestantischer Arbeitsethos, Säkularisierung, Emanzipation etc.) nicht verstehen, phantasieren sie sich Verschwörungstheorien zusammen, denen zufolge der westliche Reichtum auf dem Diebstahl ihrer Ressourcen, auf der Ausbeutung ihrer Arbeit beruht. (Wobei, wie in jeder Verschwörungstheorie, auch hierin ein Fünkchen Wahrheit steckt!) Am Dümmsten zeigen sich dabei islamistische Terroristen. Sie wollen in der Zivilisation alle allahfremden Verhaltensweisen abschaffen, obwohl sie doch nur Folgen der auch von ihnen bewunderten wirtschaftlichen Entwicklung sind. Damit verifizieren sie, was sie, würden sie nicht nur den Koran lesen, längst wissen könnten: Unzeitgemäßer Voluntarismus führt in den Terrorismus (bei uns: Faschismus).
Aber verleitet von ihrem dummen Antiamerikanismus sehen vor allem die Europäer im islamistischen Terror nur die materielle Gefahr. Um fast jeden Preis wollen sie Anschläge auf ihrem Territorium (und an den beliebtesten Urlaubszielen) verhindern, ihr Leben schützen. Gegen die Politik der Vereinigten Staaten suchen sie daher den Ausgleich, die Verständigung mit der islamistischen Welt.
Dabei erwecken sie den Anschein, als wäre ihnen allein das Überleben wichtig und nicht dessen Form. Sie tun gerade so, als gäbe es in ihrer Gesellschaft nichts, was unabdingbar wäre. Gewiss, die Verhältnisse im Westen sind nicht ideal. Ökonomisch wie mental überschattet eine Krise unsere Gesellschaft, sogar der Kapitalismus erweist sich angesichts technologischer, die menschliche Arbeitskraft entwertender Umwälzungen als ineffektiv. Das Mobbing ersetzt die Solidarität, eine Anything-Goes-Mentalität jede Wertigkeit, die Liebe verkommt zur egozentrischen Launenhaftigkeit. Wie in jeder Gesellschaft, die Umbrüchen ausgesetzt ist, herrschen Unsicherheiten, Ängste. Aber sogar unter diesen Bedingungen hat die westliche Gesellschaft bei einer drohenden Islamisierung sehr viel zu verlieren. Denn der Koran steht im schärfsten Widerspruch zur Emanzipation des Menschen vom Aberglauben, feudalen Herrschaftsverhältnissen, Geschlechterdiskriminierung, ideologischen Zwängen, Willkür, Herrschaftsrecht. Die Sharia ist eben nicht eine folkloristische Besonderheit, sondern Ausdruck mittelalterlichen Denkens.
Der Islam ist der untaugliche, zuvor jedoch gemeingefährliche Versuch, eine sich zumindest im Westen radikal verändernde Welt mit den mentalen, politischen und wissenschaftlichen Methoden des frühen Mittelalters zu gestalten. Die Bereitschaft, sich seiner reaktionären Herrschaft auszusetzen oder auch nur seine Propagierung zu dulden, ist an Trottelhaftigkeit kaum zu überbieten.
Der angebliche Kampf der Kulturen ist in Wahrheit ein Kampf des Vorgestern gegen das Heute. Versuchen zudem die Islamisten, was ihre Brüder im Schwachsinn, die Nationalsozialisten vermochten, nämlich ihre reaktionäre Weltanschauung mit den Mitteln modernster Technik durchzusetzen, wird aus der feuilletonistischen These vom Dritten Weltkrieg schreckliche Wirklichkeit. Doch fast noch größer ist die Gefahr, dass ein zutiefst verunsicherter, gelähmter, selbstmitleidiger Westen noch vor Beginn des Kampfes kapituliert.
Die Einladung an die Türkei, der EU beizutreten, zeugt zumindest bei den europäischen Regierungen von einer Bereitschaft zur Kapitulation. Nur kurzfristig rational ist das Drängen der USA auf einen EU-Beitritt der Türkei. Neben vielleicht nützlichen politischen Auswirkungen auf die Machtverhältnisse im Nahen und Mittleren Osten dürfen die USA eine Schwächung der EU und damit das Ausschalten eines potentiellen weltpolitischen Konkurrenten erwarten. Da sie selbst Fundamentalisten (auf intellektuell niedrigstem Niveau) sind, haben sie noch keine Ahnung vor der Gefahr, die eine Islamisierung Europas für ihre eigene Rolle in der Weltpolitik bedeuten würde.
Deutschland glaubt, mit Hilfe des in zwei Weltkriegen und einigen Scharmützeln bewährten Bündnispartners Türkei seinen Anspruch als Führungsmacht in der EU festigen, seine Niederlagen in den Kriegen ungeschehen machen zu können. Dies könnte funktionieren, wenn das Europaparlament in seiner absoluten Bedeutungslosigkeit gehalten werden kann. Frankreichs Konservative (als Vertreter des alten Europas) befürworten allein schon aus Antiamerikanismus einen EU-Beitritt der Türkei in der vergeblichen Hoffnung, dadurch die weltpolitische Konkurrenzfähigkeit der EU steigern zu können. Frankreichs Linke (ebenfalls Vertreter des alten Europas) ist momentan gegen einen EU-Beitritt der Türkei, weil sie endlich wieder einmal Wahlen gewinnen will. England enthält sich der Stimme, kann die Entwicklung auf dem Kontinent in Ruhe betrachten und sich gegebenenfalls aus dem Europaexperiment zurückziehen. Italien, das die deutsche Außenpolitik zunehmend skeptisch betrachtet, ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um der Türkeifrage große Bedeutung beizumessen.
Während die Gleichgültigkeit vieler Regierungen gegenüber einem EU-Beitritt der Türkei den Betreibern des Projektes Handlungsfreiheit erlaubt, scheint die Mehrheit der EU-Bevölkerung diese Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft abzulehnen. Nicht nur in Deutschland dürfte dafür die Immigrationsfrage ursächlich sein. Viele Menschen, vor allem viele Deutsche fürchten den Zuzug Hunderttausender Türken.
Doch nicht die Immigration stellt das eigentliche Problem dar. Ganz abgesehen davon, dass der Zuzug viele Jahre beschränkt werden wird, benötigen fast alle EU-Staaten dringend Neubürger, um die Folgen der Überalterung zu mildern. Folgenreicher wird sein, unter welchen Voraussetzungen die Neubürger in den Gastländern leben werden: Wem werden sie sich verpflichtet, wem sich zugehörig fühlen? Dem Imam oder der Zivilverwaltung, göttlichem oder parlamentarischen Gesetz, Tradition oder bürgerlichem Recht? Bedeutet Immigration, wie es vor allem in Frankreich, zum Teil auch in Deutschland der Fall ist, Ghettobildung, werden sich muslimische Propagandazentren herausbilden, die statt Integration der Neubürger die Islamisierung der alteingesessenen Bevölkerung betreiben. Da die Türkei der bevölkerungsreichste Staat in der EU sein wird, würden diese Propagandazentren zahlreiche Unterstützer im europäischen wie in regionalen Parlamenten finden. Wie sehr sich auch zwischenparteiliche Tauschgeschäfte relativierend auswirken mögen, bleibt doch jeder Allahgläubige verpflichtet, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die notfalls zwangsweise Bekehrung der Ungläubigen zu betreiben. Treffen aber Menschen mit klaren Zielvorstellungen auf Spießbürger, also auf Menschen, die unpolitisch und daher wehleidig nur das Gewohnte wollen (ohne es wirklich zu verteidigen), ist der Ausgang der Konfrontation absehbar: Früher oder später wird sich der Agierende gegenüber dem Verlustangstgelähmten durchsetzen.
Es sind also gar nicht die ökonomischen und demographischen Folgen eines EU-Beitritts der Türkei das Problem, sie stellen nur eine bewältigbare Herausforderung dar. Viel einschneidender sind die ideologischen und schließlich gesellschaftlichen Konsequenzen. Wer einem EU-Beitritt der Türkei das Wort redet, verhält sich wie jene strohdummen Repräsentanten des deutschen Bürgertums, die Hitlers Nationalsozialisten einbinden wollten in ihre Scheindemokratie und bis zum Schluss nicht merkten, dass sie die betrogenen Betrüger waren. Niemand hierzulande scheint sich zu fragen, warum sich die türkische Führung wie Bewährungssträflinge vorführen lässt vom europäischen Establishment: Erdogan und seine Mitstreiter wissen, dass sich jedes Stillhalten, jedes Nachgeben lohnen wird für das Erreichen des einen großen Ziels, nach den vergeblichen Versuchen im 8., 14. und 16. Jahrhundert endlich Allahs Herrschaft auch über Europa zu gewährleisten.
Derartige Perspektiven müssen den Widerstand zumindest aller Nichtfaschisten mobilisieren. So unzureichend unsere Wirtschaftsordnung, unsere politische Verfassung auch sein mögen, haben wir doch unter islamistischer Vorherrschaft sehr viel zu verlieren: Demokratie, Meinungsfreiheit, Freiheit vor religiöser Bevormundung, Gleichwertigkeit aller Menschen, Rechtssicherheit etc. Eine solche Liste wesentlicher Errungenschaften, die in zivilisierten Staaten für unverzichtbar gehalten werden, könnte die Grundlage eines neuen Staatenbündnisses sein, einer Verteidigungsgemeinschaft, die allen Staaten offen steht, die sich der Achtung und Verwirklichung dieser Fundamente verpflichten. Eine solche Gemeinschaft besitzt noch die technologische und intellektuelle Vorherrschaft und wäre daher immer noch in der Lage, ihrer drohenden Islamisierung Einhalt zu gebieten. Um dies zu erreichen, müsste die Gemeinschaft all die Staaten, die den Grundwertekanon nicht akzeptieren, isolieren – nicht zur Strafe, sondern zur Beförderung interner Entwicklungskonflikte. Eine Kappung aller Transportverbindungen, die Schließung der Grenzen, die Beschlagnahme aller Transportmittel, die das Embargo missachten, die Einstellung aller Hilfslieferungen würde die Menschen in den betroffenen Gebieten zwingen, eigenständig ihren Marsch in die Zivilisation voranzutreiben.
Aus drei Gründen scheint der Vorschlag illusionär: Zum Ersten ist die Abhängigkeit des Westens von Rohstoffen, vor allem vom Öl so groß, dass immense technologische und mentale Änderungen notwendig wären, um eine Autarkie zu erreichen. Ohne Nutzung der Atomenergie, ohne Reduzierung der Wegwerfprodukte, ohne Erschließung und Ausbeutung westlicher Öllagerstätten  etc. kann die Abhängigkeit vom arabischen Öl nicht überwunden werden. Allerdings darf auch vermutet werden, dass ein Boykott arabischen Öls zumindest einige Staaten zu einer relativ schnellen Akzeptanz des westlichen Wertekanons verleiten würde.
Zweitens kennt der Kapitalismus keine Scham. Sein kurzfristiges Profitdenken wird Wege suchen und finden, auch mit isolierten Staaten Geschäfte machen zu können. Und Drittens muss eine für die betroffenen Bevölkerungen leidvolle Isolation viele Menschen in den zivilisierten Staaten empören. Dabei verdrängt freilich ihr moralischer Anspruch die historisch begründbare Tatsache, dass Menschen, die ihre Rattenfänger, ihre Glücksritter, ihre Scharlatane nicht selbst verjagen, sich nicht wirklich emanzipieren können. Wer Menschen achtet, zwingt sie zur Selbsthilfe, statt sich ihnen als Samariter aufzudrängen. Und da es nicht darum gehen kann, das Gewissen der weißen Erben zu entlasten, sondern den Menschen auch im antiquierten islamistischen Machtbereich ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen, muss der Westen sie zu Revolutionen zwingen, statt sie zu besänftigen. Zumal die Bevölkerungen islamistischer Staaten genauso wenig unschuldig ist wie es die Deutschen im Faschismus waren. Religiöser und völkischer Wahn lässt sich nicht durch Psychotherapien heilen, meist bahnt erst das Elend der Vernunft einen Weg.
Dies gilt auch für den Westen. Noch sind die Illusionen einer Verständigung mit Islamisten viel zu groß, als dass radikale Maßnahmen in den zivilisierten Staaten eine Chance der Verwirklichung hätten. Der Siegeszug des islamistischen Terrors wird daher nicht aufzuhalten sein, auch wenn wir es wieder einmal hätten besser wissen können.

  
© 2004 Karl Pawek

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