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| a | . | Deutsche Misswirtschaft |
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Wer hat
nicht schon selbst
die Erfahrung gemacht: Wenn das Geld nicht reicht und der Dispo
ausgeschöpft
ist, muss gespart oder eine zusätzliche Arbeit gesucht werden?
Ähnliches gilt
auch für Wirtschaftsunternehmen. Sie können versuchen, ihre
Preise und Umsätze
zu erhöhen, vor allem aber müssen sie ihre Kosten senken,
sonst droht die
Pleite. Ganz
anders verhält es sich
beim Unternehmen Staat. Seine Einnahmen sind nicht von Angebot und
Nachfrage
abhängig, sondern werden vom Vorstand festgelegt. Brechen die
Einnahmen auf
Grund einer Wirtschaftskrise weg, werden die Zwangsabgaben erhöht,
Leistungen
gekürzt und Volksvermögen verscherbelt. Was dabei die
Geschäftsführer „Sparen“
nennen, ist in Wahrheit eine Produktverschlechterung. So sind
Rentenkürzungen
durchaus vergleichbar mit der Reduzierung eines Packungsinhalts bei
gleichbleibendem Packungspreis. Auch die Pendlerpauschale ist keine
Gunst des
Staates, sondern ein Bestandteil des Lohns, der die Extrakosten der
Flexibilität ausgleicht. Wer an ihr „spart“, streicht keine
Vergünstigung,
sondern betreibt Lohnraub. An Betrug
grenzt die
Privatisierung, allein 2005 soll sie dem Unternehmen Staat 15,5
Milliarden Euro
einbringen. Jeder Besitz des Staates, Post, Bahn, Flughäfen,
Straßen etc., wurde
von der Bevölkerung bezahlt. Wenn sie dumm genug ist, darf sie ihr
Eigentum zu
meist überhöhten Preisen in Form von Aktien
zurückkaufen, wodurch das
kollektive Eigentum zu Privateigentum wird. Auch die Tonnen Gold, die
der
Vorstand der Deutschlandgesellschaft fast nach Belieben zur Deckung von
Defiziten verwenden kann, gehören dem Volk. Vom Erlös sieht
es keinen Cent. Im
Gegenteil, wieder sind es die sozial Schwächsten, denen am meisten
genommen
wird. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer trifft jene am
härtesten, deren Einkommen
gerade für den notwendigen Konsum reicht. Und nur sie leiden unter
der
Streichung der Eigenheimzulage, der Kürzung des
Sparerfreibetrages. Wer sich
ein Haus bauen lassen kann für eine Million, ist nicht von 10 000
Euro Zulage
abhängig, und wer jährlich 50 000 Euro übrig hat zur
Anlage, braucht keinen
Sparerfreibetrag. Die Ankündigungen einer Reichensteuer dagegen,
der
Versteuerung des Gewinns aus dem Aktienhandel oder einer Erhöhung
der
Erbschaftssteuer sind blanker Hohn. Sogar die
kapitalismusfreundlichsten Medien
nennen solche Maßnahmen Kosmetik, weil jeder Reiche
Möglichkeiten oder
Handlanger kennt, die diese angedrohten Kosten minimieren. Da aber
jedes Volk die
Regierung hat, die es verdient, sollten solche sozialen
Ungerechtigkeiten
niemanden aufregen. In der Demokratie ist jede Regierungsschelte nur
unsinnige
Volksbeschimpfung. Doch die Finanzmisere der Deutschlandgesellschaft
hat auch
einen gänzlich unpolitischen, rein betriebswirtschaftlichen
Aspekt, der in der
Diskussion so gut wie unbemerkt bleibt. Staatsunternehmen wie die
Deutschlandgesellschaft sind in ihren Territorien Monopole. Sie haben
keine
Konkurrenz, an der sich ihr Preis-Leistungsverhältnis messen
lassen müsste.
Ihre Wirtschaftsführung ist nahezu risikolos. Sie gehen nie
pleite, weil sie
entweder ihren Gesellschaftern mehr Geld in Form höherer Steuern
abpressen
oder, was letztlich aufs Gleiche hinausläuft, mehr Geld drucken
oder zur Not
eine Währungsreform veranstalten können. Derartige
steuerfinanzierte
Monopolunternehmen neigen zu Wucherungen. Da die Vorstände zwar
nicht
ökonomischen Gesetzen, der lästigen Staatsform Demokratie
wegen aber doch
wahlbeeinflussenden Stimmungen gehorchen müssen, sind sie, wenn es
wahltaktisch
vielversprechend ist, nur allzu geneigt, Partikularinteressen zu
berücksichtigen. So wird diese und jene Abteilung gegründet
und finanziert,
meist nicht nur für die Dauer eines Vorhabens, sondern bis zum
nächsten
Zusammenbruch und oft noch darüber hinaus. Behörden und
Institute haben ein
ähnlich zähes Leben wie Abgaben und Steuern. Einmal
eingeführt, z. B. zur
Finanzierung einer Kriegsflotte im Kaiserreich, überdauern sie
Epochen und
Reiche (Schaumweinsteuer). Nicht anders wird es dem
Solidaritätszuschlag gehen. Ämter
und Institute müssen
sich nicht am Markt, sondern nur gegenüber dem Zeitgeist
behaupten. Daher ist
es wichtig, dass sie ihre Bedeutung möglichst permanent steigern.
Die
personelle Ausstattung erlaubt es für gewöhnlich, große
Energien zur
Wichtigtuerei freizusetzen. Oft ist der Zugewinn an
Zuständigkeiten für die
Beschäftigten die einfachste Möglichkeit, in höhere
Besoldungsklassen
aufzusteigen. Mag die restliche Arbeit auch für die Katz, das
Finanzgebaren
verglichen mit Privatunternehmen abenteuerlich sein, solange die
Abteilung
nicht unangenehm auffällt, ist ihr Bestand gesichert. Kaum ein
Bundesbürger ahnt,
wie viel er jährlich wofür bezahlt. Dabei kann der
Bundeshaushalt zumindest in
groben Zügen im Internet (www.bundesfinanzministerium.de)
eingesehen werden (Angaben in Millionen Euro):
Als
besonders großzügig im
Umgang mit Steuergeldern erwiesen sich die Ressorts der Grünen. So
stehen dem
Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft 2005 zur
Verfügung (Angaben in Millionen Euro):
Beeindruckend
sind die
Mittel, die dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit
vor allem für die Verhinderung von Atomstromnutzung 2005
gewährt wurden. Ihre
Höhe unterliegt kaum einer Beschränkung, weil die Ausgaben
gleichzeitig den
Interessen sowohl der Parteifreunde wie der Energiekonzerne dienen
(Angaben in
Millionen Euro):
Auch wenn
der Zweck solcher
Ausgaben durchaus einsichtig sein mag, ist deren Finanzierung durch die
öffentliche Hand in vielen Fällen eine Zumutung. Viele
Ausgaben dienen der
Entlastung prächtig verdienender Konzerne, andere bezahlen nur
Public-Relations-Kosten kirchlicher, politischer und privater Vereine.
Die hier
nur zu einem Bruchteil angeführten Kosten für
Sachverständige und Gutachten
lassen vermuten, dass es unter den Ministerialbeamten an
Sachverständigkeit
fehlt. Und einige Ausgabenposten (Vertriebenförderung oder
Umweltschutzfinanzierung
bzw. Institutszuschüsse durch Forschungsaufträge) sollen vor
allem die
Wählerklientel zufrieden stellen. Nicht selten liegt die wahre
Aufgabe
staatlicher Einrichtungen in der Versorgung verdienter Parteiarbeiter. Für
Außenstehende kaum überprüfbar
ist die Effizienz der Verwaltung. Rückschlüsse erlauben
allerdings die Zustände
bei der Bundesagentur für Arbeit. Wie „report münchen“
recherchierte, verfügt
die Bundesagentur über 4,3 Millionen qm Immobilien. Die reine
Bürofläche pro
Mitarbeiter beträgt demnach 16 qm, rund doppelt so viel wie bei
Wirtschaftsunternehmen. Auf jeden Mitarbeiter entfallen 50 Arbeitslose.
Der
dafür notwendige Was
für den Bundeshaushalt
gilt, trifft, wie das jährlich erscheinende Schwarzbuch des Bundes
der
Steuerzahler nachweist, auf alle öffentlichen Haushalte zu:
Unnütze Ausgaben
und ineffiziente Betriebsführung kosten Milliarden Euro, die
völlig unproduktiv
verpulvert werden, indem sie statt Investitionen zu finanzieren den
Betrieb nur
alimentieren. Die Behörden vernichten Kapital in einem Maße,
wie es sich kein
Konzern auf Dauer leisten kann. Ende 2003 betrug daher die
Gesamtverschuldung
von Bund, Ländern und Gemeinden bereits 1326 Milliarden Euro, die
jährlichen
Zinsausgaben sind inzwischen auf fast 40 Milliarden Euro gestiegen. Da es aber
immer noch und
erst recht in einer großen Koalition leichter ist, die Einnahmen
mittels
Steuer- und Abgabenerhöhungen zu steigern und Sozialleistungen
weiter zu
kürzen, statt den Staatsapparat effizienter zu machen und sich
Lobbyistenansprüchen zu verweigern, entwickeln sich Behörden,
Ämter und
Institute wie ein Krebsgeschwür, bilden immer mehr Metastasen, die
allein ihrer
selbst willen ernährt werden wollen. Verstärkt wird diese
Entwicklung noch
durch den Wunsch vieler Bürger nach staatlicher Rundumbetreuung
und einer
eigenartigen Koalition zwischen rechten und linken Parteien.
Während die
staatstragende Rechte von der „Reform“ genannten staatlichen
Umverteilungspolitik profitiert und an den vom Volk getragenen
Betriebskosten
wenig auszusetzen hat, übt die staatsfixierte Linke nur
Verteilungs-, nie
Geschäftskritik. Allerdings leisten Betriebe und Staaten unter
sozialdemokratischer/sozialistischer Führung in der Regel
noch weniger Effizienz
bei noch höheren Betriebskosten. Aber nicht
die Höhe von
Steuern und Abgaben ist das Problem, sondern die Haushaltsführung.
Solange die
Leistungen eines Staates in einem optimalen Verhältnis stehen zu
seinen
Einnahmen, ist gegen eine hohe Staatsquote überhaupt nichts
einzuwenden. Doch
in der Vergeudung und Privatisierung öffentlicher Mittel
unterscheidet sich die
Bundesrepublik Deutschland wenig von den Staaten Osteuropas oder
Afrikas. Ob Korruption üblich ist
oder
der Staat sich selbst schmiert, die Folgen der Unproduktivität
sind die
gleichen. Es wäre Aufgabe unserer Abgeordneten, die Ausgaben des
Staates nicht
nur auszutarieren, sondern nach politischen und wirtschaftlichen
Kriterien zu
kontrollieren, zu gestalten. Wenn sie dazu nicht willens oder nicht
fähig sind,
sind auch sie die knapp 551 Millionen Euro, die der Bundestag 2005
kostet,
nicht wert. © 2005 Karl Pawek
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