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Paweks online Magazin |
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| a | . | Geteilter Wahn | ||||||||
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Schlau sind
sie ja, die
iranischen Gotteskrieger. Wenn sie westliche Mohammed-Karikaturen mit
nahöstlichen Holocaust-Karikaturen beantworten, spielen sie
geschickt mit
Tabus: Wer meines verletzt, dem schlage ich seines um die Ohren.
Tatsächlich
ist der Holocaust im Westen ein Tabu, weil der Antisemitismus vieler
„Demokraten“ ihn nur zu gerne verdrängen, verniedlichen
möchte. Daher wollen
und können die islamistischen Schlauberger die Schande des auch im
Westen
grassierenden Antisemitismus für ihre Zwecke nutzen. Damit
offenbaren sie aber
auch ihre schreckliche Dummheit, mit der sie Fiktion und Wirklichkeit
gleichsetzen. An den Propheten und seinen Gott kann man glauben, muss
es aber
nicht. Letzteres zu verstehen fällt freilich Islamisten wie allen
religiösen
Eiferern schwer. Denn natürlich kann nur der eigene Gott der
einzig wahre Gott
sein, andernfalls wäre jedes Beten sinnlos. Gottes Beistand kann
man nur
erflehen, wenn man den Angebeteten für beistandsmächtig
hält, sonst wäre jeder
Glaube ein Lotteriespiel. Aber anders als die neuzeitlichen Christen,
die
selbstverständlich auch ein Interesse haben, dass alle Menschen
auf der Erde an
den wahren, jedenfalls ihren Gott glauben, damit allen die Freuden des
Paradieses offen stehen, doch ihre Mission selbstbewusst und aus
Erfahrung
realistisch nicht mehr mit Gewalt betreiben, fühlen sich die
Islamisten dem
absoluten weltweiten Herrschaftsanspruch ihres Gottes verpflichtet. Den
Christen wie den Anhängern anderer höher entwickelter
Religionen ist es ziemlich
gleichgültig, was Ungläubige über ihren Gott denken, nur
noch die Islamisten
dulden keine Alternativen außerhalb der von ihnen festgelegten
und jederzeit
revidierbaren Nützlichkeitstoleranz. Doch ihr Anspruch ändert
nichts daran,
dass auch ihre Religion nur eine Glaubenssache ist. Keine
Glaubenssache, sondern
dokumentierte, nachprüfbare Wirklichkeit ist die Ermordung von
Millionen Juden
durch die Nationalsozialisten. Wer über den Holocaust Witze macht,
scherzt mit
der Wirklichkeit, was auf Dauer niemandem bekommt. So kann man analog
zu den
westlichen Mohammed-Karikaturen sehr wohl Witze machen über
Geister, die tief im
Inneren eines Vulkans über einen feuerspeienden Zauberblasebalg
verfügen.
Solche Witze können sogar der Aufklärung dienen, wenn sie
unverstandene Kräfte
so fragwürdig machen, dass erforschte Naturgesetze an ihre Stelle
treten.
Keinen Witz jedoch kann man analog zu den nahöstlichen
Holocaustkarikaturen
über einen Vulkanausbruch machen, denn ein Lavastrom ist, wie
immer wieder
Menschen erfahren mussten, keine Glaubenssache. Das
allerdings können
Menschen, deren ökonomische, politische und kulturelle Entwicklung
seit
Jahrhunderten fast stillsteht, nicht verstehen. Gewiss kann man mit
solchen
Menschen reden, um Vorteile feilschen, sich gegenseitig betrügen,
einen
Waffenstillstand schließen, nur ein Dialog ist nicht
möglich. Vollends Wahnsinn
wäre es, ihren Glauben als vereinbar mit unseren politischen und
kulturellen
Errungenschaften zu akzeptieren. Selbstverständlich
soll
jeder glauben, was er will, nur nicht von mir verlangen, dass ich in
meinem
Leben auf seine Glaubensinhalte Rücksicht nehme. Wo käme ich
hin, wenn ich jede
Wahnvorstellung akzeptieren würde? Schließlich sind es nicht
nur Islamisten,
die an eigenartige Dinge glauben. So gibt es im Westen viele Menschen,
die an
eine Erschaffung der Welt durch einen Gott in sechs Tagen glauben und,
hätten
sie nur die Macht dazu, die Evolution verbieten würden. Auch
Himmel und Hölle,
Engel und Teufel sind für viele unter uns Tatsachen, und ist die
Vorstellung,
Jungfrauen würden das Paradies bevölkern, wirklich so viel
komischer als das
christliche Glaubensgebot, Christus und seine Mama würden dort
mitsamt ihren
Körpern lustwandeln? Wiederum andere glauben, dass Sünder
Naturkatastrophen zu
verantworten haben, dass Selbstbefriedigung und Rauchen tödlich
sind, dass
Handauflegen besser ist als jede Medizin. Schier endlos ist die Liste
der
Wahnvorstellungen, die schon für Gläubige oft schwer
erträglich sind. Wird der
Wahn zur herrschenden Ideologie, mutiert der Glaube einiger zum
Gesinnungsterror über alle. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich über die Armen im Geiste lustig machen, weil diese meistens nichts für ihren Zustand können. Die Karikaturen Mohammeds, die nicht einmal Gottes-, nur Prophetenlästerung sind, finde ich überhaupt nicht witzig. Aber entsetzlich ist die Vorstellung, diese und andere Karikaturen dürften - aus welchen gut gemeinten Gründen auch immer - nicht veröffentlicht werden. Doch fürchte ich, dass die westliche Deeskalationsstrategie genau darauf hinausläuft. Denn die Hirten aller Konfessionen wollen, dass ihre Schafherden nicht verwirrt werden. Dies macht aus Konkurrenten Verbündete auf Zeit. Religiöse Gefühle, fordern sie unisono, dürfen nicht verletzt werden, künftig wollen wir daher auf jede Religionskritik verzichten. Nur die wenigen Atheisten erkennen darin den Triumph der Islamisten. Wiederum gelingt es ihnen auch dort, wo sie noch nichts zu sagen haben, ein Stück Aufklärung zu demontieren. Ob wir Deutsche wirklich Papst sind, bezweifle ich, doch dass wir Idioten sind, wird sich erweisen.© 2006 Karl Pawek pawek@web.de |
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