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a . Die Religion des Schwertes 

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Obwohl irrsinnig strenggläubige Islamisten tagtäglich die noch nicht muslimische Welt in Angst und Schrecken versetzen, indem sie meist nach dem Zufallsprinzip Menschen töten, um alle Nichtmuslime zu Geiseln ihres Wahns zu machen, beeilen wir potentiellen Opfer uns jedes Mal, die Verbrecher als verwirrte Extremisten darzustellen, deren Handeln nie und nimmer durch den Islam gerechtfertigt werden könne, zeichne dieser sich doch durch Toleranz und Friedensliebe aus. Dabei könnte jeder Schriftkundige wissen, dass das Gegenteil richtig ist: Der Islam selbst ist die reaktionäre, blutrünstige, eliminierende Ursache des Terrors. Er sucht den Krieg, denn: „Das Sein des Islam besteht in der Negation des Friedens.“ (Hans-Peter Raddatz).
Nur acht Jahre nach seiner Gründung durch den Propheten Muhammed schlugen die Gotteskrieger zum ersten Mal zu und überfielen Mekka. Dann eroberten sie innerhalb weniger Jahrzehnte Arabien, Nordafrika, Spanien, Osteuropa. Kein Rückschlag wie 1492 auf der iberischen Halbinsel und 1685 vor Wien konnte sie davon abhalten, es bei nächster Gelegenheit erneut zu versuchen. Da Europas Widerstand noch unüberwindbar war für sie, konzentrierte sich der arabische Eroberungsdrang nun auf Asien, dann Afrika und verbarg sich damit vor dem eurozentrischen Blick des Westens. Von Muslimen provozierte Glaubenskämpfe mit Hunderttausenden von Opfern in Äthiopien, Sudan, Nigeria, Tschad, Kenia, Tansania, um nur die afrikanischen Fronten der Gegenwart zu nennen, wurden vom Westen auch im Zeitalter satellitengestützter Kommunikation kaum zur Kenntnis genommen oder als Stammeskriege verniedlicht. Und im Afghanistankrieg sah der Westen gar einen Freiheitskampf, obwohl der angebliche Sieg der Freien Welt in Wahrheit ein Sieg des Islam war. Tim Weiner prophezeite bereits 1994: „Sie haben eine der beiden Supermächte der Welt geschlagen, und jetzt knöpfen sie sich die andere vor.“
Auch der Westen hat zahlreiche Kriege geführt, doch - vielleicht mit Ausnahme der Naziüberfälle – seit ein paar Jahrhunderten keine Glaubenskriege mehr. Die westlichen Kriege der Neuzeit waren Wirtschaftskriege. Die Kriegsherren ließen fremde Territorien erobern, um sie direkt wirtschaftlich ausbeuten zu können oder durch Machtgewinn die Ausbeutungsverhältnisse zu sichern. Waren die Gebiete besetzt, konnten die neuen Untertanen in der Regel leben wie vorher. Man überließ sie ihren Sitten, Moden, Essensgewohnheiten, häufig übernahmen sogar die Besatzer Eigenschaften der Besiegten.
Muslimische Kriege dagegen zielen weniger auf ökonomischen Gewinn. Zwar ließen sich auch die islamischen Kriegsherren mehr als nur ihre Kosten durch Tributzahlungen oder andere Formen der Ausbeutung erstatten, aber das eigentliche Ziel ihrer Kriegsführung war immer die Islamisierung und damit die zwangsweise Anpassung fremder Lebensformen an die eigenen Sitten und Überzeugungen. Wo der Islam siegt, ist nichts mehr wie vorher.
Am Ende des 20. Jahrhunderts waren zwei Drittel bis drei Viertel aller interkulturellen Kriege solche zwischen Muslimen und Nichtmuslimen. Doch erst als der Krieg als Partisanenkampf nach Amerika und Europa gebracht wurde, erschreckte sich der Westen ganz fürchterlich. Die Wahrheit freilich will er, wie sein Tschetscheniengejammere beweist, immer noch nicht wissen. Als Samuel P. Huntington 1993 feststellte, „die Grenzen des Islam sind in der Tat blutig, und das Innere ist es ebenfalls“, war die Empörung unter westlichen Intellektuellen groß. Wider möglichen besseren Wissens leugneten sie die Tatsache, dass der Islam seit seinen Anfängen eine Religion des Schwertes war und ist, statt dessen reduzierten sie den Terror im Namen Allahs auf ein Extremistenphänomen, im Grunde auf den Einzeltäter Bin Ladin. Wie dumm sie aus der Wäsche schauen werden, wenn der Krieg nach dessen Festnahme oder Tötung unvermindert weiter geht?
Als ließe sich durch selektive Wahrnehmung der Terror überwinden, wird von islamistischen Propagandisten und westlichen Intellektuellen der Dschihad verniedlicht. Während erstere lügen, wie es der Prophet für den Umgang mit Andersgläubigen empfiehlt, erweisen sich letztere nur als angstverblödet. Tatsächlich kann der Begriff Dschihad als moralisches Streben wie auch als bewaffneter Kampf interpretiert werden. Für beide Deutungen finden sich im Koran Belege. Aufschlussreich ist freilich ihre zeitliche Zuordnung: Als Führer einer Minderheit beschwor Muhammed den moralischen Aspekt. In den später aufgezeichneten Suren, als der Prophet einen Staat regierte und eine Armee befehligte, überwiegt der Gewaltaspekt. So simpel die Technik, nach Bedarf zu zitieren, auch ist, kann sie noch Intellektuelle des 21. Jahrhunderts zu Narren machen.
Doch auch von ihnen kann nicht bestritten werden, dass nach islamischem Recht jeder Krieg gegen Ungläubige legitim ist. Bernhard Lewis, einer der bedeutendsten Islamexperten, stellte dazu fest: „In der islamischen Tradition ist die Welt in zwei Häuser unterteilt: das Haus des Islam (Dar al-Islam), in dem islamische Regierungen herrschen und das islamische Recht gilt, und das Haus des Krieges (Dar al-Harb), der Rest der Welt, der bewohnt und, wichtiger noch, beherrscht wird von Ungläubigen. Dieses Konzept impliziert, dass die Pflicht zum Dschihad – unterbrochen allein von Waffenruhen – so lange besteht, bis entweder die ganze Welt den islamischen Glauben angenommen hat oder sich unter muslimischer Herrschaft befindet.“ Es ist daher schlicht Betrug, Radikalislamisten als eine Minderheit darzustellen, wenn der Islam seinen Anhängern die Welteroberung vorschreibt. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, muss man nicht einmal schwer zugängliche Texte in arabischer Sprache studieren, es genügt, „The Islamic Declaration“ des vom Westen hofierten (und von den Saudis finanzierten) ehemaligen bosnischen Präsidenten Izetbegovic zu lesen, in der er 1970 verkündete, es könne weder Frieden noch Koexistenz zwischen der islamischen Religion und nichtislamischen gesellschaftlichen und politischen Institutionen geben. Sobald die islamische Bewegung stark genug sei, müsse sie die Macht übernehmen und eine islamische Republik schaffen. Gegenwärtig bemüht sich im Irak darum neben anderen ein Herr Sadr, der für seinen „Glaubenskampf“ monatlich mehr als 80 Millionen Dollar aus Saudi-Arabien erhalten soll.
Vor allem Frauen müssten den Islam als existenzielle Bedrohung empfinden. Auf die auch bei Gotteskriegern üblichen Massenvergewaltigungen folgen Gefängnis für unverheiratete Schwangere, Steinigung für Ehebruch, Berufsverbote und Ausgehbeschränkungen, absolute Unterordnung unter den Willen des Ehepartners, Verstoßung statt Unterhaltszahlung. Unser aller Leben würde sich gründlich ändern: Viele beim Ladendiebstahl erwischte Jugendliche hätten nur mehr eine Hand, die wenigen Intellektuellen, die an der Allmacht Allahs zweifeln, würden öffentlich hingerichtet werden, die Bibliotheken wären zum größten Teil leergeräumt, Millionen Bücher würden wie einst die Werke des muslimischen Freigeistes Ibn Rushd (Averroes) verbrannt, die meisten Kinos mangels erlaubter Filme zugesperrt, fast alle Theater als Sündenpfuhle geschlossen werden, die wenigen Fernsehprogramme bestünden nur mehr aus antiwestlicher und proislamischer Propaganda, nicht nur die Ökosteuer würde als Tributzahlung an arabische Familienclans fließen und in all dem Elend gäbe es nicht einmal mehr Alkohol zum Trost. Und da das islamische System in seiner bisherigen Geschichte jede fremde Volkswirtschaft ruiniert und keine eigene menschenwürdige erschaffen hat, weil es nur konsumiert, statt zu produzieren, wäre es auch mit unserem relativen Wohlstand schnell vorbei: Ein Drittel aller Menschen in der arabischen Welt leben von weniger als zwei Dollar am Tag, 40 % der erwachsenen Araber sind Analphabeten, nur 3,5 % der Parlamentssitze in den Staaten der Region werden von Frauen eingenommen, nur 1,6 % der Bevölkerung haben Zugang zum Internet. Diese katastrophale Bilanz kann nicht nur eine Folge westlicher Kolonialpolitik sein, denn die Zahlen sind erbärmlicher noch als in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Und nicht nur Antisemitismus macht Israel zu einem Ärgernis für Araber. Das ökonomisch, wissenschaftlich und politisch erfolgreiche Israel mit einer Presse- und Meinungsfreiheit, wie sie kein arabischer, kein einziger muslimischer Staat aufzuweisen hat, dient auch als nützlicher Sündenbock für die wirtschaftliche Rückständigkeit und politische Unterdrückung, unter der die meisten Muslime leiden.
 Der Begründer der modernen Türkei, Kemal Atatürk, erkannte im Islam eine „absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen“, „eine verwesende Leiche, die unser Leben vergiftet“, doch hat er sich, was den Zustand betrifft, gründlich geirrt. So gering auch die von den Mullahs gerade noch geduldeten intellektuellen Leistungen sein mögen, so primitiv die Wirtschaft auch ist, gibt es doch keine Menschengemeinschaft auf der Erde, die sich für vollkommener hält und sich ähnlich explosiv vermehrt. Bis 2025 wird der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung auf 30 % steigen. Damit steht den Führern des Islam für ihren Kampf der Barbaren gegen die Zivilisation ein riesiges Heer junger, arbeitsloser Menschen zur Verfügung: Als am 3. April 2004 Madrider Polizisten auf der Suche nach den Attentätern, die am 11. März fast zweihundert Bahnpassagiere ermordet hatten, eine Vorortwohnung stürmten, sprengten sich die anwesenden Terroristen allahverzückt in die Luft und rissen dabei den Sonderermittler Francisco Javier Torronterra mit in den Tod. Wenige Tage nach seinem Begräbnis holten Komplizen der Rechtgläubigen den Sarg des Ungläubigen aus dem Grab, öffneten ihn, zerschlugen das Gesicht des Toten, hackten ihm die linke Hand ab und zündeten die Leiche an. Doch Vorsicht, wer diese Täter krank oder gar pervers nennt, nennt den Koran krank und pervers. Denn die 85. Sure des Korans droht jedem, der „die Gläubigen herausfordert“, die „Strafe der Verbrennung“ an.
Während am Islam und an den Islamisten nichts rätselhaft ist und jeder – wie einst in Hitlers „Mein Kampf“ – die Absichten nachlesen könnte, irritiert der westliche Großmut gegenüber den Gotteskriegern und mehr noch die geläufige Annahme, beim Islam handele es sich um eine menschenfreundliche, friedfertige, kulturvolle Religion, die keinesfalls für die zugegeben zahlreichen Mordtaten irregeleiteter Fundamentalisten verantwortlich gemacht werden dürfe.
Die Fehleinschätzung beruht auf der Unwissenheit und Gutgläubigkeit entpolitisierter Westbürger. Menschen, denen ihre eigene Geschichte gleichgültig geworden ist, die längst verlernt haben, Zusammenhänge zu denken, interessieren sich nicht für weit zurückliegende Ereignisse, schon gar nicht, wenn diese jenseits ihres Horizontes, also jenseits der Gemeindegrenzen stattfanden. Medial verblödet glauben sie zudem, was man ihnen erzählt von friedliebenden, demokratiefreundlichen, frommen Muslimen, die nur wollen, dass man ihnen auch in der Fremde ihre folkloristischen Gebets- und Verhaltensrituale gestatte. Gewiss, der Vater, der seiner Tochter die Teilnahme am Schwimmunterricht oder einer Klassenreise verbietet, ihr den Ehemann aussucht, den unerwünschten Freund verprügeln lässt und zur Not die Tochter zur Sippe in der Heimat zurückschickt, wirkt schon ein wenig komisch auf uns, aber so sind nun einmal die Sitten, die in ihrer Volkstümlichkeit doch niemals falsch sein können?
Doch spätestens, wenn das nächste Attentat zu Ehren Allahs begangen wird und sich herausstellt, dass nicht Geschundene, sondern der nette Nachbar, der sittsame Kommilitone, der freundliche Händler daran beteiligt waren, müssten auch Gutgläubige verstehen wollen, was es mit diesem Islam auf sich hat. Warum nur zünden sie Kerzen an und drängen sich in Gottesdienste, statt sich zu informieren?
„Wie kommt es“, fragte 1995 der russische Präsident Jelzin, „dass bei Angriffen der Muslime nichts gegen sie unternommen wird?“ Warum erhalten islamistische Terroristen, die aus ihren islamischen Heimatländern fliehen mussten, im Westen so selbstverständlich Asyl? Warum wird jeder Islamistenanschlag im Westen zwar bedauert, aber der Kampf gegen Terroristen in Russland, Algerien, im nahen Osten scharf verurteilt?
Über Unwissenheit und Gutgläubigkeit hinaus muss es noch andere Gründe geben, die größte Bedrohung des Westens nicht wahrhaben zu wollen. Ein Blindmacher ist der scheinheilige Antiimperialismus. Vor allem die gutesten Menschen erklären gerne die desolate Lage der islamischen Länder mit dem kolonialen Unrecht, das unsere Vorfahren ihnen angetan haben. Tatsächlich beruht unser Reichtum zu einem Teil auf kolonialer Ausbeutung. Aber sie war keineswegs schäbiger, als die vorhergehende und nachfolgende Ausbeutung durch islamische Eroberer. Wo sie herrschten, versklavten sie Menschen genau so brutal, wie unsere Vorfahren es taten, und sie profitierten sehr viel länger vom Sklavenhandel, der im allahfürchtigsten aller islamischen Länder, Saudi-Arabien, erst 1962 gesetzlich verboten wurde. Nichts relativiert die Verbrechen des Westens, aber unser Wissen um sie darf nicht die Verbrechen anderer relativieren, wollen wir verstehen und lernen. Denn dem Imperialismus ist nicht mit Moral beizukommen, wie die vermeintlichen Antiimperialisten im Westen beweisen. Ich nenne sie scheinheilig, weil ihr Menschenrechtsanspruch, ihre Demokratiepropaganda, ihre Umweltgebote selbst imperialistisch sind. Auch sie wollen die ganze Welt nach ihrer Vorstellung gestalten, weil sie ihre Werte für universal halten wie einst Briten, Franzosen und Spanier die ihren. Sie ähneln den muslimischen Imperialisten mehr, als sie ahnen.
Gefahrenabwehr, Schutz der eigenen Lebensqualität, Verteidigung der Freiheit des Denkens sind nicht imperialistische Handlungen, auch wenn dafür Militäreinsätze jenseits der eigenen Grenzen ausgeführt werden. Was heute die USA, von Ayatollah Khomeini schon 1979 zum „Großen Satan“ ernannt, im Irak leisten, ist so wenig imperialistisch, wie es die Zerschlagung Nazideutschlands war.
Mehr christlich als postmodernistisch geprägte Gutmenschen leiden häufig unter den Verbrechen, die unsere Vorfahren im Namen Christi begangen haben und sitzen daher einer islamistischen Propaganda auf, die dem Westen Kreuzfahrerabsichten unterstellt. Nun waren die Kreuzzüge gewiss keine Ruhmestat der Christenheit, allerdings auch durch keinen Ausspruch Christi zu rechtfertigen. Aber trotz aller unlauteren Absichten der zahlreichen  Glücksritter und Geschäftemacher unter den Kreuzfahrern führten sie keinen Expansionskrieg. Ihnen ging es, wenn auch nicht ganz uneigennützig, um die Rückeroberung alten christlichen Gebietes, der Wiege der Christenheit, die von Muslimen überrannt worden war und denen es alsbald gelang, die Kreuzfahrer wieder zu vertreiben. Die Islamisten selbst scheinen in den Kreuzzügen weniger einen Glaubenskrieg, als gewöhnliche Scharmützel gesehen zu haben, die daher schnell in Vergessenheit gerieten, bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts ihr propagandistischer Wert entdeckt wurde.
Zwar sind die drei nahöstlichen Religionen Judaismus, Christentum und Islam eng miteinander verwandt, eine Tatsache, die den Umgang ihrer jeweiligen Anhänger mit dem nur partiell Andersgläubigen so konfliktreich macht. Dennoch irren Freigeister, wenn sie diese drei Religionen als gleich gewaltträchtig und –tätig bezeichnen und gleichartige Erscheinungsformen von Religionsverbrechen zum Anlass nehmen, die Unterschiede zu leugnen.
Ideologische Ähnlichkeiten erfuhren nämlich durch historisch unterschiedliche Entstehungsbedingungen wesentliche Modifikationen. Das Christentum entwickelte sich drei Jahrhunderte lang als eine Religion von Geknechteten, bis es – zunächst nur im römischen Reich – durch Konstantin zur Staatsreligion mutiert wurde. Nur in dieser wiederum völlig unchristlichen Verfälschung wurde das Christentum zu einer terroristischen Vereinigung, die vor keiner Brutalität zu Ehren Gottes (vor allem aber zum Wohl seiner Statthalter) zurückschreckte. Doch gab es immer Christen, die sich unter dem Schutz weltlicher Herrscher dieser Deformierung ihres Glaubens widersetzten und damit die Voraussetzung schufen für die im Westfälischen Frieden etablierte Trennung von Religion und internationaler Politik, die schließlich in allen christlichen Ländern zur Teilung der Herrschaft von Kirche und Staat führte. Nur in der Verweltlichung großer Lebensbereiche konnte sich der Kapitalismus und durch ihn das zentrale, die westliche Gesellschaft von allen anderen unterscheidende Merkmal, der Individualismus, entwickeln.
Ganz anders verliefen Entstehung und Ausformung des Islam. Von Anfang an war der Islam eine Religion des Schwertes und damit der Machthaber, auch wenn diese sich nur als Personal Gottes darstellten. (Was sie freilich bis heute nicht daran hindert, sich wie einst die christlichen Glaubenshüter maßlos in die eigene Tasche zu wirtschaften.) Da im Islam Gott der einzige Souverän und alleiniger Ursprung des Rechts ist, konnte es auf seinem Territorium nie zu einem Gegensatz von weltlicher und geistlicher Herrschaft kommen.  Dies verhinderte jegliche Religionskritik, woraus die Unflexibilität des Islam, seine zunehmende Unzeitgemäßheit und damit Banalisierung zum rituell geprägten Buchstabenglaube resultiert. Selbstverständlich ist ein solches Gemeinwesen auch nicht demokratiefähig. Kein Gott teilt seine Souveränität, duldet ein Parlament. „In dieser Hinsicht sind Demokraten in einer Zwangslage. Selbst wenn sie an der Macht sind, verpflichtet ihre Ideologie sie darauf, der islamistischen Opposition demokratische Rechte und Freiheiten zu gewähren. Die Islamisten dagegen fühlen sich, wenn sie an die Macht kommen, dazu keineswegs verpflichtet. Im Gegenteil, ihre Grundsätze zwingen sie geradezu, alle ihrer Auffassung nach gottlosen und subversiven Aktivitäten zu unterdrücken.“ (Bernhard Lewis) Ein kluger Zyniker beschrieb das islamistische Demokratieverständnis mit fünf Wörtern: „Ein Mann, eine Stimme, einmal.“ Für Islamisten ist Demokratie nur ein Weg zur Macht.
Wo es keine Trennung von Staat und Kirche gibt, wird die Religion zur Lebensform. Darin liegt der wesentliche Unterschied zwischen Islamisten und Christen. Muslime werfen den Christen nicht so sehr vor, dass sie an einen anderen Gott glauben. Sie empört vielmehr, dass Menschen in säkularen Gesellschaften nicht religiös leben. Unser Alltag erscheint ihnen gottlos und daher verdammungswürdig. Als Quelle allen Übels hat nicht nur Fatima Mernissis („Islam and Democracy“) den Individualismus ausgemacht. Waren sich Islamisten und Christen im frühen Mittelalter noch durchaus ähnlich, verharrte der Islam auf Grund seiner Entstehungsbedingungen im Konservatismus, während im Westen mit der Renaissance ein alles verändernder Aufbruch in ein neues Denken und Empfinden begann. Der Islam überwand nie seinen bild- und vernunftfeindlichen Archaismus, sein kurzzeitiger Kulturvorsprung verfiel in einen immer größer werdenden Rückstand. In den letzten 1000 Jahren wurden insgesamt ungefähr 100 000 Bücher ins Arabische übersetzt und damit knapp so viele, wie in Spanien heute pro Jahr übersetzt werden.
Während also die Lebensform Islam nie die arabische Stammesmentalität überwand, erkannten westlich geschulte islamistische Propagandisten die Notwendigkeit, die Auseinandersetzung mit den Ungläubigen mangels gleichwertiger Waffen politisch zu führen: „Der Islam muss politisch sein, oder er wird bedeutungslos.“ (Ayatollah Khomeini) Doch verlässt sich auch der Iran als Vorreiter eines politischen Islam nicht auf die Wirksamkeit politischen Handelns in UNO, Verbänden und Konferenzen. Denn die gigantischen Einnahmen aus dem Erdölverkauf lassen endlich auch Waffengleichheit denkbar werden. 1988 verlangte Irans Präsident Rafsandschani: “Wir müssen für den offensiven wie den defensiven Einsatz von chemischen, bakteriologischen und radiologischen Waffen umfassend gerüstet sein.“ Und der iranische Vizepräsident erklärte 1991: „Da Israel weiterhin im Besitz von Kernwaffen ist, müssen wir Muslime ohne Rücksicht auf Versuche der UNO, eine Weitergabe zu verhindern, bei der Produktion der Atombombe kooperieren.“ Pakistan war dazu bereit, nur wollte dies mit Ausnahme der USA niemand im Westen, auch nicht die Internationale Atomenergie-Agentur, sehen.
Der politische Kampf des Islam ist durchaus erfolgreich. Obwohl Israel nie die muslimische Welt bedrohte, nur in Frieden existieren will und Atomwaffen allein zur Abschreckung, gewiss nicht zur Missionierung entwickelte, meinen immer mehr Menschen im Westen, Israel solle sein atomares Potential vernichten. Über die Vernichtung Israels würden wir dann alle gewiss schrecklich betroffen sein.
Eine weitere Ursache der Fehleinschätzung des Islam liegt in der bei Westlern häufig anzutreffenden Toleranznaivität. Toleranz ist eine der wertvollsten menschlichen Errungenschaften, aber sie kann nur funktionieren unter Toleranzfähigen. Wenn ich etwas mir Fremdes bei meinem Nachbarn dulde, er aber nicht bereit ist, meine ihm fremden Eigenschaften zu akzeptieren, zwingt mich meine Toleranz zur Anpassung, Selbstaufgabe und macht mich auf Dauer zum Deppen. Wenn also im Westen tausende Moscheen gebaut und betrieben werden dürfen, aber Christen in den meisten islamischen Staaten jede öffentliche Religionsausübung verwehrt wird, ist dies ein Toleranzmissbrauch. Sogar im weltlichsten aller islamischen Länder, der Türkei, müssen die Leiter der katholischen und evangelischen deutschsprachigen Gemeinden auf der Diplomatenliste des deutschen Generalkonsulats geführt werden, damit sie in Istanbul Gottesdienste feiern dürfen, wogegen die knapp 500 Imame an den Moscheen der türkischen Muslime in Deutschland vom staatlichen „Präsidium für Religionsangelegenheiten“ entsandt werden, ohne dass Deutschland irgendein Mitspracherecht besitzen würde. In der ganzen Türkei gibt es einen einzigen ausländischen Geistlichen mit offizieller Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Doch auch dieser katholische Geistliche, Rainer Korten in Antalya, darf keine deutschen Gefangenen in türkischen Haftanstalten betreuen. Allen Toleranz-Legenden zum Trotz waren und sind auch die geduldeten Minderheiten im Islam als nichtmuslimische Untertanen nicht den Muslimen gleichgestellt. Freilich hüten sich diese religiösen Minderheiten, Repressionen öffentlich zu machen, um nicht ihre Lage weiter zu erschweren. Die aus Ägypten stammende britische Historikerin Bat Ye`or behauptet sogar, Christen in muslimischen Ländern würden um so eindringlicher das gute Verhältnis zwischen Islam und Christentum beschwören und die geforderte Kritik an den Zionisten und an dem Staat Israel üben, um den Muslimen zu gefallen.
Toleranzanspruch nach außen, Intoleranz im Inneren kennzeichnen auch die islamistische Kleiderordnung, die von den meisten Koranexegeten zum Privileg für muslimische Frauen hochstilisiert wird. Die Geschichte des Verhüllungsgebots ist banal: Als die Frauen des Propheten eines Nachts zum Pissen und Scheißen das Haus verließen, wurden sie von einigen Männern angemacht. Im Verhör gaben die Lüstlinge an, die Frauen für Sklavinnen gehalten zu haben. Daraufhin befahl Allah: „O Prophet! Sage deinen Frauen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie etwas von ihrem Übergewand über sich ziehen sollen. So werden sie eher erkannt und nicht belästigt.“ (33; 59) Zu einer Zeit, als Menschen ihren Wert durch Kleidung kund taten und nur die Garderobe eine „freie“ Frau von dem benutzbaren Stück Fleisch Sklavin unterschied, war der Rat nicht dumm. Doch mangels Sklavinnen sollte eine solche Verwechslung heute nicht mehr möglich sein, das Gebot ist nur mehr Sitte und dient allein der Disziplinierung und Absonderung. Frauen, die sich aus eigener Überzeugung dieser Kleiderordnung unterwerfen, müssen ihre westlich gekleideten Schwestern für Huren halten. Trotzdem darf selbstverständlich niemand im Westen daran gehindert werden, sich nach Belieben zu kleiden. Allerdings dürfen wir auch von islamistischen Ordnungshütern verlangen, dass sie in ihrer Heimat gegen Jugendliche vorgehen, die westlich gekleidete Touristinnen mit Steinchen bewerfen, statt den Terroristennachwuchs für die Verachtung nicht verhüllter Frauen zu loben.
Mehr als peinlich und auf Dauer nicht einmal profitabel ist das Toleranzgebaren der Bundesregierung. Während das Auswärtige Amt in Berlin unentwegt Dialogbereitschaft gegenüber einer islamischen Republik Iran zeigt, die 1992 vier oppositionelle Iraner in Berlin ermorden ließ, schloss diese Mitte April 2004 das seit mehreren Jahren tätige „Deutsche Sprachinstitut“ in Teheran, weil es nicht die „erforderliche Genehmigung“ gehabt habe. Mit wessen Genehmigung arbeiten die diversen islamistischen Kultureinrichtungen bei uns, die 3000 Moscheen, in denen weniger Religionsfolklore als die Vorbereitung zur Machtübernahme praktiziert wird?
Freilich sind Forderungen nach beidseitiger Toleranz zwar gerechtfertigt, doch naiv. Denn der Islam kennt nur Toleranz, solange sie ihm nützt. Wo er bereits herrscht, verbietet Allahs Gebot jegliche Toleranz gegenüber Ungläubigen. Denn noch mehr, als es das Christentum je war, ist der Islam eine absolutistische Religion. Wer von ihr Toleranz erwartet, verhält sich wie ein Narr, der bei uns im Zeitalter der Hexenverfolgung vom Inquisitor Toleranz erhoffte.
Vor allem jüngere Menschen, denen auch der Islam gleichgültig ist, zeigen nicht einmal Toleranz, sondern ihre Anything-Goes-Mentalität. Aufgewachsen in betulicher Für- und Vorsorge und frei von Wissen, soweit es nur mühsam erwerbbar ist, glauben sie, dass schon wie bisher in ihrem kurzen, unverdient glücklichen Leben alles gut gehen wird. Ihre Freude an der multikulturellen Vielfalt, an den Farben und Tönen aus tausendundeiner Welten ist ehrlich, denn sie sind schlicht zu dumm, im Tanz die Disziplinierung, in den Familienidylle den sozialen Terror, im Ruf des Muezzin die Hasspropaganda zu erkennen. Wo alles geht, ist bald alles verloren.
Gelegentlich mag auch Feigheit blind machen gegenüber islamistischer Anmaßung. Ein grenzenloses Harmoniebedürfnis führt dazu, alles nur Erträgliche für ein bisschen Frieden zu tun. Große Teile der sich Friedensbewegung nennenden Spießervereinigung verweigern sich jeder politischen Analyse. Für sie ist Krieg schlicht böse, sie hätten auch den Krieg gegen Nazideutschland verurteilt.
Militanter als die Friedensbewegung zeigen sich die Globalisierungsgegner, die unter dem Deckmantel sozialen und politischen Engagements die Vereinigten Staaten und Israel verteufeln und dabei gerne auf die Verschwörungstheorien von Islamisten wie Tariq Ramadan zurückgreifen. Ihr moderner Antisemitismus wirkt auf viele vermeintliche Antifaschisten so attraktiv, weil er nicht rassistisch, sondern politisch argumentiert und dadurch auch einem ehemaligen SPD-Vorsitzenden wie Rudolf Scharping erlaubte, den Irakkrieg einer „powerful – perhaps overly powerful – Jewish lobby“ zuzuschreiben. Mit Alain Finkielkraut fürchte ich, dass die Globalisierungsgegner noch eine große Zukunft vor sich haben: „Sie haben den Judenstern durch das Gleichheitszeichen zwischen Hakenkreuz und Davidstern ersetzt.“
Zahlreicher noch sind jene, die aus zivilisatorischem Überdruss mit Islamisten sympathisieren. Ihnen erscheinen die Verhältnisse im Westen verfault, das Leben in der Raffgesellschaft (die sie komischerweise nie kapitalistisch nennen) sinnlos. Auch sie wissen zwar nicht viel über den Islam, sind aber fasziniert von der Schlichtheit, Geradlinigkeit, „Spiritualität“ islamischen Lebens. Besonders gefällt ihnen die Behauptung, dass in islamischen Ländern niemand Zinsen zahlen müsse und Almosen jedes Elend lindern. Ihnen erscheint der Islam als eine heile und doch wahrhaftige Welt, wie es sie zuletzt bei uns in der nationalsozialistischen Volksdichtung gegeben hat.
Der Übergang von diesen Sinnsuchern zu den Faschisten ist fließend. Wenn Kaiser Wilhelm sich 1914 ungebeten zum Protektor des Islam erklärte und umgekehrt der Mufti von Jerusalem Ende März 1933 Nazideutschland seine Dienst anbot, richtete sich dies zuerst gegen den gemeinsamen Feind England. Doch unabhängig von solchen taktischen Erwägungen ähneln Islam und Faschismus einander. In beiden Glaubensgemeinschaften zählt der Einzelne, solange er sich nicht opfert, wenig, die Gemeinschaft alles. Beide unterliegen unveränderlichen, scheinbar ewigen Gesetzen, sind unerbittlich gegenüber Abtrünnigen und Andersgläubigen, verachten den „american way of life“ und die Juden. Noch im Frühjahr 1944 ließ Heinrich Himmler in Guben eine Imam-Schule eröffnen, in der die 12 000 Muslime der bosnisch-hercegovinischen SS-Gebirgsdivision erweckt werden sollten zu Soldaten, die den Tod verachten, um ein freies Leben zu gewinnen.
Wo, wie im Westen, der Antisemitismus zur Zeit noch nicht wieder ganz offen ausgelebt werden darf, wiederkäut der Bildungsbürger den Antiamerikanismus, schließlich weiß man ja, wer für diese kulturlose Zivilisation verantwortlich ist. Noch befriedigender freilich ist es, aus rein humanitären Motiven jene zu unterstützen, die das unvollendet gebliebene Werk Nazideutschlands, die Vernichtung aller Juden, offen propagieren und endlich zu einem Abschluss bringen könnten. So kommt zur ideologischen Verwandtschaft die Zweckgemeinschaft hinzu.
Faschistoides Denken und Fühlen sowie unterdrückter Antisemitismus machen es vielen Menschen schier unmöglich, die Gefahren des Islam zu erkennen. Für die Herrschenden aber ist der Islam ein durchaus interessantes Modell. Denn Selbstbewusstsein, Individualismus, Rechtstaatlichkeit erschweren die Verwaltung und Nutzung der Menschen im Westen. Ihre Selbstverwirklichung erweist sich im Kapitalismus zunehmend als kontraproduktiv, eine kritische Öffentlichkeit als lästig. Der islamistische Terror bietet den Vorwand, den Sicherheitsapparat noch weiter auszubauen, noch umfassendere Überwachungsmöglichkeiten durchzusetzen, ohne einen Widerstand der zutiefst verunsicherten Bevölkerung befürchten zu müssen. Tatsächlich aber scheint es bei all diesen Maßnahmen gar nicht darum zu gehen, potentielle Terroristen an der Durchführung von Anschlägen zu hindern, denn das ließe sich auch mit bereits bestehenden Bestimmungen und Gesetzen bewerkstelligen. So hatte der Hamburger Verfassungsschutz seit Jahren einen Informanten in der Al-Quds-Moschee, in der sich Mohammed Atta, einer der Todespiloten vom 11. September 2001, Ramzi Binalshibh, der mutmaßliche Organisator des Anschlags, sowie der Student Mounir Al Motassadeq häufig getroffen haben. Sollten die Hamburger Verfassungsschützer tatsächlich keine Ahnung gehabt haben von der Gewaltbereitschaft dieser Gotteskrieger? Und wie kommt es, dass nach den Anschlägen in den USA von der Hamburger Justiz völlig überraschend rechtstaatliche Bedenken geäußert wurden, wie sie gegenüber Linksradikalen undenkbar sind? Man stelle sich nur vor, ein Motassadeq hätte vor 30 Jahren ähnlich enge Kontakte zu Baader oder Meinhof gehabt. Er könnte von Glück sprechen, wenn er nach drei Jahrzehnten inzwischen freigelassen worden wäre. Der Atta-Freund dagegen darf sich in Freiheit auf die Revisionsverhandlung vorbereiten.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Duldsamkeit gegenüber islamistischen Verdächtigen weniger der Rechtstaatlichkeit als politischer Nützlichkeit entspringt. Ein dreißigjähriger Algerier z. B., der in Syrien verhaftet worden war, als er Ende März in den Irak reisen wollte, konnte nach seiner Überstellung nach Hamburg frei und unbehelligt hier leben, bis Italien einen Auslieferungshaftbefehl erließ. Ein Mailänder Staatsanwalt verdächtigt ihn, einer islamistischen Terrorzelle anzugehören. Hamburger Behörden hatten wieder einmal keine Ahnung?
Auch der islamistische Umgang mit der Geschichte scheint hierzulande manchem vorbildlich. Während, worauf der Historiker Wolfgang Benz hinwies, bei uns Holocaustleugnern (noch) eine Gefängnisstrafe droht, geht in der Türkei ins Gefängnis, wer von der Ermordung von 1,5 Millionen christlicher Armenier durch Muslime, für Hitler das Modell zur Lösung der „jüdischen Frage“, spricht. Und den Medien gelingt zwar die Entleerung der Hirne und die ruhigstellende Ablenkung, aber sie versagen bei der völkischen Motivierung. Ein einfaches, ideologisch geschlossenes und wirtschaftliche Interessen scheinbar kaum tangierendes System wie der Islam könnte leisten, was den christlichen Kirchen nicht mehr oder noch nicht wieder gelingt: Die Formung des gefügigen Untertans, dessen grandiose Jenseitsträume das triste Erdenleben erträglich machen. Als Religion ist der Islam auch gegen Totalitarismusvorwürfe gefeit. Solange im Westen die Einübung in den totalitären Gehorsam durch Mülltrennung, Ökozwänge, Rauchverbote und ähnliches erfolgen muss, wird es immer ein paar Menschen geben, die dagegen argumentieren. Wird aber der gleiche Unsinn zum göttlichen Gebot – und der Islam kennt unzählige längst anachronistisch gewordene Verhaltensgebote ähnlicher Güte – verstummt der Widerstand, da jede Missachtung göttlicher Gebote mit härtesten Strafen belegt werden kann, ohne auf bürgerliche Gesetzbücher Rücksicht nehmen zu müssen.
Umgekehrt darf ein Gläubiger hetzen, wie er will. Als in den Niederlanden ein islamischer Prediger Homosexuelle als sündige Kranke schmähte, weigerten sich die Richter, ihn zu verurteilen, weil er nur sein religiös begründetes Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen habe. Da ist es nicht verwunderlich, dass Papst Woytyla, nachdem er seinen viel gepriesenen Beitrag zur Aufweichung des Sozialismus geleistet hat, nun den Schulterschluss mit den Muslimen sucht, wobei ihm protestantische Bischöfinnen und Bischöfe dialogbegierig beistehen. Denn wie schon das Verhältnis der Christen zu Kommunisten und Faschisten zeigte, ziehen Kirchenführer Andersgläubige Ungläubigen immer vor. Auch die Vereinigten Staaten, nicht gerade zimperlich im Umgang mit Antikapitalisten und anderen Staatsfeinden, respektieren ganz selbstverständlich die religiösen Bedürfnisse von Gottesanbetern. Jeder Gefangene in ihrem Lager Guantanamo bekommt zwar keinen zivilen Verteidiger, aber einen Koran, eine grüne Matte und eine Kappe für das Gebet. In allen Zellen weist zudem ein schwarzer Pfeil auf dem Boden oder der Bettpritsche in Richtung Mekka. Auch wo Menschenrechte nichts mehr gelten, wird im Westen jeder Glaube, wenn er nur religiös ist, respektiert.
Es gibt also zahlreiche psychische und politische Motive, die eine Aufklärung über den Islam so schwer machen. Doch seine Geschichte und Gegenwart zeigen, wie viel wir Menschen im Westen bei einer Islamisierung zu verlieren haben. In jahrhundertelangen blutigen Kämpfen haben Europäer rudimentäre Formen der Freiheit, Eigenverantwortung, Emanzipation, Wissenschaftlichkeit und Demokratie erkämpft. Wenn der Westen sich nicht wehrt gegen die islamische Anmaßung, all diese Errungenschaften rückgängig zu machen, erweist er sich als so dumm, verfault, feige, wie er von den Muslimen eingeschätzt wird. Nur Widerstand gegen eine Islamisierung gibt Hoffnung, die Zeit zu überdauern, bis der statische Islam wie alle statischen Erscheinungen an der sich verändernden Welt zerbricht.
Da ich den Islam nicht für demokratiefähig und auf absehbare Zeit auch nicht für reformfähig halte, scheint mit eine Ausgrenzung die einzige Perspektive. Der amerikanische Versuch, mittels Truppen die islamistischen Staaten zu modernisieren, sie also an das westliche Zivilisationsniveau heranzuführen, wird mangels Gewaltbereitschaft scheitern. Völlig zu Recht wäre die westliche Gesellschaft nicht bereit, Hunderttausende Muslime zu töten, um den religiösen Sumpf auszutrocknen.
Nun sind wir zwar noch in der Lage, unsere Beziehungen zu den islamistischen Staaten nach dem Gleichwertigkeitsprinzip zu gestalten: Der Westen toleriert auf seinen Territorien nichts, was nicht auch islamistische Staaten dem Westen gewähren. Dafür müssen wir endlich begreifen, dass demokratische Spielregeln, multikulturelle Großzügigkeit im Verhältnis zu faschistoiden Gesellschaften unweigerlich in den Abgrund führen. Der Westen darf sich nicht weiter Islampredigern ausliefern. Dies kann längerfristig freilich nur gelingen, wenn wir uns aus der energiepolitischen Geiselhaft befreien und unabhängig machen von Erdöllieferungen aus islamistischen Staaten. Mit größter, unsere schwächelnde Wirtschaft stimulierender Anstrengung könnte dies in einem Jahrzehnt geleistet werden. Die Technologien für alternative Antriebsenergien mobiler Motoren sind vorhanden, allein das immer noch billig scheinende Öl und geringe Innovationsbereitschaft verhindern ihre schnelle Entwicklung zur Serienreife. Sämtlicher stationäre Energiebedarf könnte ebenfalls innerhalb eines Jahrzehnts größtenteils durch Atomkraft gedeckt werden. Wenn Menschen glauben, Islamisten durch Aufklärung zivilisieren zu können, sollte eine Aufklärung von Atomkraftgegnern als weit weniger voluntaristisch zumindest versucht werden - vielleicht mit dem Hinweis, dass in der fünfzigjährigen Geschichte der industriellen Atomkraftnutzung trotz des leichtfertig riskierten GAUs in Tschernobyl weniger Menschen durch Atomkraftwerkunfälle ums Leben gekommen sind als seit 1992 durch islamistischen Terror allein in Algerien.
Wenn der Westen zudem bereit wäre, sämtlichen Waffen- und Technologietransfer in islamische Staaten zu unterbinden, müsste Allah zeigen, wie mächtig er tatsächlich ist. Gelingt es ihm, das dann reichlich vorhandene, doch überflüssige Öl in Hirsebrei zu verwandeln, muss ich Abbitte leisten. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass dies nicht der Fall sein wird, sich vielmehr Not und Hunger erneut als Motor der Aufklärung erweisen werden.
Der Westen ist weder in der Lage, noch dazu berechtigt, seine unzulängliche, doch mühsam erkämpfte Zivilisation klimatisch weniger begünstigten Völkern überzustülpen. Aber noch ist er stark genug, sie in die Emanzipation vom Aberglauben zu zwingen. Die Menschheit hat in ihrer kurzen Geschichte schon so viel erreicht, sie hat das Rad erfunden, Ackerbau und Viehzucht, Speichermedien, Roboter.... Sie hat gigantisch viel gelernt und will noch sehr viel mehr lernen. Die Befreiung aus der Gläubigkeit ist ihr nächstes großes Ziel, im Osten, im Westen, überall.

© 2004 Karl Pawek
pawek@web.de

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