|
. |
Obwohl irrsinnig
strenggläubige
Islamisten tagtäglich die noch nicht muslimische Welt in Angst und
Schrecken
versetzen, indem sie meist nach dem Zufallsprinzip Menschen töten,
um
alle Nichtmuslime zu Geiseln ihres Wahns zu machen, beeilen wir
potentiellen
Opfer uns jedes Mal, die Verbrecher als verwirrte Extremisten
darzustellen,
deren Handeln nie und nimmer durch den Islam gerechtfertigt werden
könne,
zeichne dieser sich doch durch Toleranz und Friedensliebe aus. Dabei
könnte
jeder Schriftkundige wissen, dass das Gegenteil richtig ist: Der Islam
selbst
ist die reaktionäre, blutrünstige, eliminierende Ursache des
Terrors.
Er sucht den Krieg, denn: „Das Sein des Islam besteht in der Negation
des
Friedens.“ (Hans-Peter Raddatz).
Nur acht Jahre nach seiner Gründung durch den Propheten Muhammed
schlugen die Gotteskrieger zum ersten Mal zu und überfielen Mekka.
Dann eroberten sie innerhalb weniger Jahrzehnte Arabien, Nordafrika,
Spanien, Osteuropa. Kein Rückschlag wie 1492 auf der iberischen
Halbinsel und 1685 vor Wien konnte sie davon abhalten, es bei
nächster Gelegenheit erneut zu versuchen. Da Europas Widerstand
noch unüberwindbar war für sie, konzentrierte sich der
arabische Eroberungsdrang nun auf Asien, dann Afrika und verbarg sich
damit vor dem eurozentrischen Blick des Westens. Von Muslimen
provozierte Glaubenskämpfe mit Hunderttausenden von Opfern in
Äthiopien, Sudan, Nigeria, Tschad, Kenia, Tansania, um nur die
afrikanischen Fronten der Gegenwart zu nennen, wurden vom Westen auch
im Zeitalter satellitengestützter Kommunikation
kaum zur Kenntnis genommen oder als Stammeskriege verniedlicht. Und im
Afghanistankrieg
sah der Westen gar einen Freiheitskampf, obwohl der angebliche Sieg der
Freien
Welt in Wahrheit ein Sieg des Islam war. Tim Weiner prophezeite bereits
1994:
„Sie haben eine der beiden Supermächte der Welt geschlagen, und
jetzt
knöpfen sie sich die andere vor.“
Auch der Westen hat zahlreiche Kriege geführt, doch - vielleicht
mit Ausnahme der Naziüberfälle – seit ein paar Jahrhunderten
keine Glaubenskriege
mehr. Die westlichen Kriege der Neuzeit waren Wirtschaftskriege. Die
Kriegsherren
ließen fremde Territorien erobern, um sie direkt wirtschaftlich
ausbeuten
zu können oder durch Machtgewinn die Ausbeutungsverhältnisse
zu
sichern. Waren die Gebiete besetzt, konnten die neuen Untertanen in der
Regel
leben wie vorher. Man überließ sie ihren Sitten, Moden,
Essensgewohnheiten,
häufig übernahmen sogar die Besatzer Eigenschaften der
Besiegten.
Muslimische Kriege dagegen zielen weniger auf ökonomischen Gewinn.
Zwar ließen sich auch die islamischen Kriegsherren mehr als nur
ihre
Kosten durch Tributzahlungen oder andere Formen der Ausbeutung
erstatten,
aber das eigentliche Ziel ihrer Kriegsführung war immer die
Islamisierung
und damit die zwangsweise Anpassung fremder Lebensformen an die eigenen
Sitten und Überzeugungen. Wo der Islam siegt, ist nichts mehr wie
vorher.
Am Ende des 20. Jahrhunderts waren zwei Drittel bis drei Viertel aller
interkulturellen Kriege solche zwischen Muslimen und Nichtmuslimen.
Doch erst als der Krieg als Partisanenkampf nach Amerika und Europa
gebracht wurde, erschreckte sich der Westen ganz fürchterlich. Die
Wahrheit freilich will er, wie sein Tschetscheniengejammere beweist,
immer noch nicht wissen. Als Samuel P. Huntington 1993 feststellte,
„die Grenzen des Islam sind in der Tat blutig, und das Innere
ist es ebenfalls“, war die Empörung unter westlichen
Intellektuellen groß. Wider möglichen besseren Wissens
leugneten sie die Tatsache, dass der Islam seit seinen Anfängen
eine Religion des Schwertes war und
ist, statt dessen reduzierten sie den Terror im Namen Allahs auf ein
Extremistenphänomen,
im Grunde auf den Einzeltäter Bin Ladin. Wie dumm sie aus der
Wäsche
schauen werden, wenn der Krieg nach dessen Festnahme oder Tötung
unvermindert
weiter geht?
Als ließe sich durch selektive Wahrnehmung der Terror
überwinden, wird von islamistischen Propagandisten und westlichen
Intellektuellen der Dschihad verniedlicht. Während erstere
lügen, wie es der Prophet für den Umgang mit
Andersgläubigen empfiehlt, erweisen sich letztere nur als
angstverblödet. Tatsächlich kann der Begriff Dschihad als
moralisches Streben wie auch als bewaffneter Kampf interpretiert
werden. Für
beide Deutungen finden sich im Koran Belege. Aufschlussreich ist
freilich
ihre zeitliche Zuordnung: Als Führer einer Minderheit beschwor
Muhammed
den moralischen Aspekt. In den später aufgezeichneten Suren, als
der
Prophet einen Staat regierte und eine Armee befehligte, überwiegt
der
Gewaltaspekt. So simpel die Technik, nach Bedarf zu zitieren, auch ist,
kann
sie noch Intellektuelle des 21. Jahrhunderts zu Narren machen.
Doch auch von ihnen kann nicht bestritten werden, dass nach islamischem
Recht jeder Krieg gegen Ungläubige legitim ist. Bernhard Lewis,
einer
der bedeutendsten Islamexperten, stellte dazu fest: „In der islamischen
Tradition ist die Welt in zwei Häuser unterteilt: das Haus des
Islam (Dar al-Islam), in dem islamische Regierungen herrschen und das
islamische Recht gilt, und das Haus des Krieges (Dar al-Harb), der Rest
der Welt, der bewohnt und, wichtiger noch, beherrscht wird von
Ungläubigen. Dieses Konzept impliziert, dass die Pflicht zum
Dschihad – unterbrochen allein von Waffenruhen – so lange besteht, bis
entweder die ganze Welt den islamischen Glauben angenommen hat oder
sich unter muslimischer Herrschaft befindet.“ Es ist daher schlicht
Betrug,
Radikalislamisten als eine Minderheit darzustellen, wenn der Islam
seinen
Anhängern die Welteroberung vorschreibt. Um zu dieser Erkenntnis
zu
gelangen, muss man nicht einmal schwer zugängliche Texte in
arabischer Sprache studieren, es genügt, „The Islamic Declaration“
des vom Westen hofierten (und von den Saudis finanzierten) ehemaligen
bosnischen Präsidenten Izetbegovic zu lesen, in der er 1970
verkündete, es könne weder Frieden noch Koexistenz zwischen
der islamischen Religion und nichtislamischen gesellschaftlichen und
politischen Institutionen geben. Sobald die islamische Bewegung stark
genug sei, müsse sie die Macht übernehmen und eine islamische
Republik schaffen. Gegenwärtig bemüht sich im Irak darum
neben anderen ein Herr Sadr, der für seinen „Glaubenskampf“
monatlich mehr als 80 Millionen Dollar aus Saudi-Arabien erhalten soll.
Vor allem Frauen müssten den Islam als existenzielle Bedrohung
empfinden. Auf die auch bei Gotteskriegern üblichen
Massenvergewaltigungen folgen Gefängnis für unverheiratete
Schwangere, Steinigung für Ehebruch, Berufsverbote und
Ausgehbeschränkungen, absolute Unterordnung unter den
Willen des Ehepartners, Verstoßung statt Unterhaltszahlung. Unser
aller
Leben würde sich gründlich ändern: Viele beim
Ladendiebstahl erwischte Jugendliche hätten nur mehr eine Hand,
die wenigen Intellektuellen, die an der Allmacht Allahs zweifeln,
würden öffentlich hingerichtet werden, die Bibliotheken
wären zum größten Teil leergeräumt, Millionen
Bücher würden wie einst die Werke des muslimischen
Freigeistes Ibn Rushd (Averroes) verbrannt, die meisten Kinos mangels
erlaubter Filme zugesperrt, fast alle Theater als Sündenpfuhle
geschlossen werden, die wenigen Fernsehprogramme bestünden nur
mehr aus antiwestlicher und proislamischer Propaganda, nicht nur die
Ökosteuer würde als Tributzahlung an arabische
Familienclans fließen und in all dem Elend gäbe es nicht
einmal
mehr Alkohol zum Trost. Und da das islamische System in seiner
bisherigen Geschichte jede fremde Volkswirtschaft ruiniert und keine
eigene menschenwürdige erschaffen hat, weil es nur konsumiert,
statt zu produzieren, wäre es auch mit unserem relativen Wohlstand
schnell vorbei: Ein Drittel aller Menschen in der arabischen Welt leben
von weniger als zwei Dollar am Tag, 40 % der erwachsenen Araber sind
Analphabeten, nur 3,5 % der Parlamentssitze in den Staaten der Region
werden von Frauen eingenommen, nur 1,6 % der Bevölkerung haben
Zugang zum Internet. Diese katastrophale Bilanz kann nicht nur eine
Folge westlicher Kolonialpolitik sein, denn die Zahlen sind
erbärmlicher noch als in den afrikanischen Staaten südlich
der Sahara. Und nicht nur
Antisemitismus macht Israel zu einem Ärgernis für Araber. Das
ökonomisch,
wissenschaftlich und politisch erfolgreiche Israel mit einer Presse-
und
Meinungsfreiheit, wie sie kein arabischer, kein einziger muslimischer
Staat
aufzuweisen hat, dient auch als nützlicher Sündenbock
für die
wirtschaftliche Rückständigkeit und politische
Unterdrückung, unter der die meisten Muslime leiden.
Der Begründer der modernen Türkei, Kemal Atatürk,
erkannte im Islam eine „absurde Theologie eines unmoralischen
Beduinen“, „eine verwesende Leiche, die unser Leben vergiftet“, doch
hat er sich, was den Zustand betrifft, gründlich geirrt. So gering
auch die von den Mullahs gerade noch geduldeten intellektuellen
Leistungen sein mögen, so primitiv die Wirtschaft auch ist, gibt
es doch keine Menschengemeinschaft auf der Erde, die sich für
vollkommener hält und sich ähnlich explosiv vermehrt. Bis
2025 wird
der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung auf 30 % steigen.
Damit
steht den Führern des Islam für ihren Kampf der Barbaren
gegen
die Zivilisation ein riesiges Heer junger, arbeitsloser Menschen zur
Verfügung:
Als am 3. April 2004 Madrider Polizisten auf der Suche nach den
Attentätern,
die am 11. März fast zweihundert Bahnpassagiere ermordet hatten,
eine
Vorortwohnung stürmten, sprengten sich die anwesenden Terroristen
allahverzückt
in die Luft und rissen dabei den Sonderermittler Francisco Javier
Torronterra
mit in den Tod. Wenige Tage nach seinem Begräbnis holten Komplizen
der
Rechtgläubigen den Sarg des Ungläubigen aus dem Grab,
öffneten
ihn, zerschlugen das Gesicht des Toten, hackten ihm die linke Hand ab
und
zündeten die Leiche an. Doch Vorsicht, wer diese Täter krank
oder
gar pervers nennt, nennt den Koran krank und pervers. Denn die 85. Sure
des
Korans droht jedem, der „die Gläubigen herausfordert“, die „Strafe
der
Verbrennung“ an.
Während am Islam und an den Islamisten nichts rätselhaft ist
und jeder – wie einst in Hitlers „Mein Kampf“ – die Absichten nachlesen
könnte, irritiert der westliche Großmut gegenüber den
Gotteskriegern und mehr noch die geläufige Annahme, beim Islam
handele es sich um eine menschenfreundliche,
friedfertige, kulturvolle Religion, die keinesfalls für die
zugegeben
zahlreichen Mordtaten irregeleiteter Fundamentalisten verantwortlich
gemacht
werden dürfe.
Die Fehleinschätzung beruht auf der Unwissenheit und
Gutgläubigkeit entpolitisierter Westbürger. Menschen, denen
ihre eigene Geschichte gleichgültig
geworden ist, die längst verlernt haben, Zusammenhänge zu
denken,
interessieren sich nicht für weit zurückliegende Ereignisse,
schon
gar nicht, wenn diese jenseits ihres Horizontes, also jenseits der
Gemeindegrenzen
stattfanden. Medial verblödet glauben sie zudem, was man ihnen
erzählt
von friedliebenden, demokratiefreundlichen, frommen Muslimen, die nur
wollen,
dass man ihnen auch in der Fremde ihre folkloristischen Gebets- und
Verhaltensrituale
gestatte. Gewiss, der Vater, der seiner Tochter die Teilnahme am
Schwimmunterricht
oder einer Klassenreise verbietet, ihr den Ehemann aussucht, den
unerwünschten
Freund verprügeln lässt und zur Not die Tochter zur Sippe in
der
Heimat zurückschickt, wirkt schon ein wenig komisch auf uns, aber
so
sind nun einmal die Sitten, die in ihrer Volkstümlichkeit doch
niemals
falsch sein können?
Doch spätestens, wenn das nächste Attentat zu Ehren Allahs
begangen wird und sich herausstellt, dass nicht Geschundene, sondern
der nette Nachbar, der sittsame Kommilitone, der freundliche
Händler daran beteiligt waren, müssten auch Gutgläubige
verstehen wollen, was es mit diesem Islam auf sich hat. Warum nur
zünden sie Kerzen an und drängen sich in Gottesdienste, statt
sich zu informieren?
„Wie kommt es“, fragte 1995 der russische Präsident Jelzin, „dass
bei Angriffen der Muslime nichts gegen sie unternommen wird?“ Warum
erhalten islamistische
Terroristen, die aus ihren islamischen Heimatländern fliehen
mussten,
im Westen so selbstverständlich Asyl? Warum wird jeder
Islamistenanschlag im Westen zwar bedauert, aber der Kampf gegen
Terroristen in Russland, Algerien, im nahen Osten scharf verurteilt?
Über Unwissenheit und Gutgläubigkeit hinaus muss es noch
andere Gründe geben, die größte Bedrohung des Westens
nicht wahrhaben zu wollen. Ein Blindmacher ist der scheinheilige
Antiimperialismus. Vor allem die gutesten Menschen erklären gerne
die desolate Lage der islamischen Länder mit dem kolonialen
Unrecht, das unsere Vorfahren ihnen angetan haben. Tatsächlich
beruht unser Reichtum zu einem Teil auf kolonialer Ausbeutung. Aber sie
war keineswegs schäbiger, als die vorhergehende und nachfolgende
Ausbeutung durch islamische Eroberer. Wo sie herrschten, versklavten
sie Menschen genau so brutal, wie unsere Vorfahren es taten, und
sie profitierten sehr viel länger vom Sklavenhandel, der im
allahfürchtigsten aller islamischen Länder, Saudi-Arabien,
erst 1962 gesetzlich verboten wurde. Nichts relativiert die Verbrechen
des Westens, aber unser Wissen um sie darf nicht die Verbrechen anderer
relativieren, wollen wir verstehen und
lernen. Denn dem Imperialismus ist nicht mit Moral beizukommen, wie die
vermeintlichen
Antiimperialisten im Westen beweisen. Ich nenne sie scheinheilig, weil
ihr
Menschenrechtsanspruch, ihre Demokratiepropaganda, ihre Umweltgebote
selbst
imperialistisch sind. Auch sie wollen die ganze Welt nach ihrer
Vorstellung gestalten, weil sie ihre Werte für universal halten
wie einst Briten, Franzosen und Spanier die ihren. Sie ähneln den
muslimischen Imperialisten mehr, als sie ahnen.
Gefahrenabwehr, Schutz der eigenen Lebensqualität, Verteidigung
der Freiheit des Denkens sind nicht imperialistische Handlungen, auch
wenn dafür Militäreinsätze jenseits der eigenen Grenzen
ausgeführt werden. Was heute die USA, von Ayatollah Khomeini schon
1979 zum „Großen Satan“ ernannt, im Irak leisten, ist so wenig
imperialistisch, wie es die Zerschlagung Nazideutschlands war.
Mehr christlich als postmodernistisch geprägte Gutmenschen leiden
häufig unter den Verbrechen, die unsere Vorfahren im Namen Christi
begangen haben und sitzen daher einer islamistischen Propaganda auf,
die dem Westen Kreuzfahrerabsichten unterstellt. Nun waren die
Kreuzzüge gewiss keine Ruhmestat der Christenheit, allerdings auch
durch keinen Ausspruch Christi zu rechtfertigen. Aber trotz aller
unlauteren Absichten der zahlreichen Glücksritter und
Geschäftemacher unter den Kreuzfahrern führten sie keinen
Expansionskrieg. Ihnen ging es, wenn auch nicht ganz
uneigennützig, um die Rückeroberung alten christlichen
Gebietes, der Wiege der Christenheit, die von Muslimen überrannt
worden war und denen es alsbald gelang, die Kreuzfahrer wieder zu
vertreiben. Die Islamisten selbst scheinen in den Kreuzzügen
weniger einen Glaubenskrieg, als gewöhnliche Scharmützel
gesehen zu haben, die daher schnell in Vergessenheit gerieten, bis
gegen Ende des 20. Jahrhunderts ihr propagandistischer Wert entdeckt
wurde.
Zwar sind die drei nahöstlichen Religionen Judaismus, Christentum
und Islam eng miteinander verwandt, eine Tatsache, die den Umgang ihrer
jeweiligen Anhänger mit dem nur partiell Andersgläubigen so
konfliktreich macht.
Dennoch irren Freigeister, wenn sie diese drei Religionen als gleich
gewaltträchtig
und –tätig bezeichnen und gleichartige Erscheinungsformen von
Religionsverbrechen
zum Anlass nehmen, die Unterschiede zu leugnen.
Ideologische Ähnlichkeiten erfuhren nämlich durch historisch
unterschiedliche Entstehungsbedingungen wesentliche Modifikationen. Das
Christentum entwickelte sich drei Jahrhunderte lang als eine Religion
von Geknechteten, bis es – zunächst
nur im römischen Reich – durch Konstantin zur Staatsreligion
mutiert
wurde. Nur in dieser wiederum völlig unchristlichen
Verfälschung wurde das Christentum zu einer terroristischen
Vereinigung, die vor keiner Brutalität zu Ehren Gottes (vor allem
aber zum Wohl seiner Statthalter) zurückschreckte. Doch gab es
immer Christen, die sich unter dem Schutz weltlicher Herrscher dieser
Deformierung ihres Glaubens widersetzten und damit
die Voraussetzung schufen für die im Westfälischen Frieden
etablierte
Trennung von Religion und internationaler Politik, die
schließlich in
allen christlichen Ländern zur Teilung der Herrschaft von Kirche
und
Staat führte. Nur in der Verweltlichung großer
Lebensbereiche konnte
sich der Kapitalismus und durch ihn das zentrale, die westliche
Gesellschaft von allen anderen unterscheidende Merkmal, der
Individualismus, entwickeln.
Ganz anders verliefen Entstehung und Ausformung des Islam. Von Anfang
an war der Islam eine Religion des Schwertes und damit der Machthaber,
auch wenn
diese sich nur als Personal Gottes darstellten. (Was sie freilich bis
heute
nicht daran hindert, sich wie einst die christlichen Glaubenshüter
maßlos
in die eigene Tasche zu wirtschaften.) Da im Islam Gott der einzige
Souverän
und alleiniger Ursprung des Rechts ist, konnte es auf seinem
Territorium
nie zu einem Gegensatz von weltlicher und geistlicher Herrschaft
kommen.
Dies verhinderte jegliche Religionskritik, woraus die
Unflexibilität
des Islam, seine zunehmende Unzeitgemäßheit und damit
Banalisierung
zum rituell geprägten Buchstabenglaube resultiert.
Selbstverständlich
ist ein solches Gemeinwesen auch nicht demokratiefähig. Kein Gott
teilt
seine Souveränität, duldet ein Parlament. „In dieser Hinsicht
sind
Demokraten in einer Zwangslage. Selbst wenn sie an der Macht sind,
verpflichtet
ihre Ideologie sie darauf, der islamistischen Opposition demokratische
Rechte
und Freiheiten zu gewähren. Die Islamisten dagegen fühlen
sich,
wenn sie an die Macht kommen, dazu keineswegs verpflichtet. Im
Gegenteil,
ihre Grundsätze zwingen sie geradezu, alle ihrer Auffassung nach
gottlosen
und subversiven Aktivitäten zu unterdrücken.“ (Bernhard
Lewis)
Ein kluger Zyniker beschrieb das islamistische
Demokratieverständnis mit fünf Wörtern: „Ein Mann, eine
Stimme, einmal.“ Für Islamisten ist Demokratie nur ein Weg zur
Macht.
Wo es keine Trennung von Staat und Kirche gibt, wird die Religion zur
Lebensform. Darin liegt der wesentliche Unterschied zwischen Islamisten
und Christen. Muslime werfen den Christen nicht so sehr vor, dass sie
an einen anderen Gott
glauben. Sie empört vielmehr, dass Menschen in säkularen
Gesellschaften nicht religiös leben. Unser Alltag erscheint ihnen
gottlos und daher verdammungswürdig. Als Quelle allen Übels
hat nicht nur Fatima Mernissis
(„Islam and Democracy“) den Individualismus ausgemacht. Waren sich
Islamisten
und Christen im frühen Mittelalter noch durchaus ähnlich,
verharrte
der Islam auf Grund seiner Entstehungsbedingungen im Konservatismus,
während
im Westen mit der Renaissance ein alles verändernder Aufbruch in
ein
neues Denken und Empfinden begann. Der Islam überwand nie seinen
bild-
und vernunftfeindlichen Archaismus, sein kurzzeitiger Kulturvorsprung
verfiel
in einen immer größer werdenden Rückstand. In den
letzten
1000 Jahren wurden insgesamt ungefähr 100 000 Bücher ins
Arabische
übersetzt und damit knapp so viele, wie in Spanien heute pro Jahr
übersetzt
werden.
Während also die Lebensform Islam nie die arabische
Stammesmentalität überwand, erkannten westlich geschulte
islamistische Propagandisten die
Notwendigkeit, die Auseinandersetzung mit den Ungläubigen mangels
gleichwertiger
Waffen politisch zu führen: „Der Islam muss politisch sein, oder
er
wird bedeutungslos.“ (Ayatollah Khomeini) Doch verlässt sich auch
der
Iran als Vorreiter eines politischen Islam nicht auf die Wirksamkeit
politischen
Handelns in UNO, Verbänden und Konferenzen. Denn die gigantischen
Einnahmen
aus dem Erdölverkauf lassen endlich auch Waffengleichheit denkbar
werden.
1988 verlangte Irans Präsident Rafsandschani: “Wir müssen
für
den offensiven wie den defensiven Einsatz von chemischen,
bakteriologischen und radiologischen Waffen umfassend gerüstet
sein.“ Und der iranische Vizepräsident erklärte 1991: „Da
Israel weiterhin im Besitz von Kernwaffen ist, müssen wir Muslime
ohne Rücksicht auf Versuche der
UNO, eine Weitergabe zu verhindern, bei der Produktion der Atombombe
kooperieren.“
Pakistan war dazu bereit, nur wollte dies mit Ausnahme der USA niemand
im
Westen, auch nicht die Internationale Atomenergie-Agentur, sehen.
Der politische Kampf des Islam ist durchaus erfolgreich. Obwohl Israel
nie die muslimische Welt bedrohte, nur in Frieden existieren will und
Atomwaffen allein zur Abschreckung, gewiss nicht zur Missionierung
entwickelte, meinen immer mehr Menschen im Westen, Israel solle sein
atomares Potential vernichten. Über die Vernichtung Israels
würden wir dann alle gewiss schrecklich betroffen sein.
Eine weitere Ursache der Fehleinschätzung des Islam liegt in der
bei Westlern häufig anzutreffenden Toleranznaivität. Toleranz
ist eine der wertvollsten menschlichen Errungenschaften, aber sie kann
nur funktionieren unter Toleranzfähigen. Wenn ich etwas mir
Fremdes bei meinem Nachbarn dulde, er aber nicht bereit ist, meine ihm
fremden Eigenschaften zu akzeptieren, zwingt mich meine Toleranz zur
Anpassung, Selbstaufgabe und macht mich auf Dauer zum Deppen. Wenn also
im Westen tausende Moscheen gebaut und betrieben werden dürfen,
aber Christen in den meisten islamischen Staaten jede öffentliche
Religionsausübung verwehrt wird, ist dies ein Toleranzmissbrauch.
Sogar im weltlichsten aller islamischen Länder, der Türkei,
müssen die Leiter der katholischen und evangelischen
deutschsprachigen Gemeinden auf der Diplomatenliste des deutschen
Generalkonsulats geführt werden, damit sie in Istanbul
Gottesdienste feiern dürfen, wogegen die knapp 500 Imame an den
Moscheen der türkischen Muslime in Deutschland vom staatlichen
„Präsidium für Religionsangelegenheiten“ entsandt werden,
ohne
dass Deutschland irgendein Mitspracherecht besitzen würde. In der
ganzen
Türkei gibt es einen einzigen ausländischen Geistlichen mit
offizieller
Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Doch auch dieser katholische
Geistliche,
Rainer Korten in Antalya, darf keine deutschen Gefangenen in
türkischen
Haftanstalten betreuen. Allen Toleranz-Legenden zum Trotz waren und
sind
auch die geduldeten Minderheiten im Islam als nichtmuslimische
Untertanen
nicht den Muslimen gleichgestellt. Freilich hüten sich diese
religiösen
Minderheiten, Repressionen öffentlich zu machen, um nicht ihre
Lage
weiter zu erschweren. Die aus Ägypten stammende britische
Historikerin
Bat Ye`or behauptet sogar, Christen in muslimischen Ländern
würden
um so eindringlicher das gute Verhältnis zwischen Islam und
Christentum
beschwören und die geforderte Kritik an den Zionisten und an dem
Staat
Israel üben, um den Muslimen zu gefallen.
Toleranzanspruch nach außen, Intoleranz im Inneren kennzeichnen
auch die islamistische Kleiderordnung, die von den meisten
Koranexegeten zum Privileg für muslimische Frauen hochstilisiert
wird. Die Geschichte des Verhüllungsgebots ist banal: Als die
Frauen des Propheten eines Nachts zum Pissen und Scheißen das
Haus verließen, wurden sie von einigen Männern angemacht. Im
Verhör gaben die Lüstlinge an, die Frauen für Sklavinnen
gehalten
zu haben. Daraufhin befahl Allah: „O Prophet! Sage deinen Frauen und
deinen
Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie etwas von
ihrem
Übergewand über sich ziehen sollen. So werden sie eher
erkannt
und nicht belästigt.“ (33; 59) Zu einer Zeit, als Menschen ihren
Wert
durch Kleidung kund taten und nur die Garderobe eine „freie“ Frau von
dem
benutzbaren Stück Fleisch Sklavin unterschied, war der Rat nicht
dumm.
Doch mangels Sklavinnen sollte eine solche Verwechslung heute nicht
mehr
möglich sein, das Gebot ist nur mehr Sitte und dient allein der
Disziplinierung
und Absonderung. Frauen, die sich aus eigener Überzeugung dieser
Kleiderordnung
unterwerfen, müssen ihre westlich gekleideten Schwestern für
Huren
halten. Trotzdem darf selbstverständlich niemand im Westen daran
gehindert
werden, sich nach Belieben zu kleiden. Allerdings dürfen wir auch
von
islamistischen Ordnungshütern verlangen, dass sie in ihrer Heimat
gegen
Jugendliche vorgehen, die westlich gekleidete Touristinnen mit
Steinchen
bewerfen, statt den Terroristennachwuchs für die Verachtung nicht
verhüllter
Frauen zu loben.
Mehr als peinlich und auf Dauer nicht einmal profitabel ist das
Toleranzgebaren der Bundesregierung. Während das Auswärtige
Amt in Berlin unentwegt Dialogbereitschaft gegenüber einer
islamischen Republik Iran zeigt, die
1992 vier oppositionelle Iraner in Berlin ermorden ließ, schloss
diese
Mitte April 2004 das seit mehreren Jahren tätige „Deutsche
Sprachinstitut“ in Teheran, weil es nicht die „erforderliche
Genehmigung“ gehabt habe. Mit wessen Genehmigung arbeiten die diversen
islamistischen Kultureinrichtungen bei uns, die 3000 Moscheen, in denen
weniger Religionsfolklore als die Vorbereitung zur Machtübernahme
praktiziert wird?
Freilich sind Forderungen nach beidseitiger Toleranz zwar
gerechtfertigt, doch naiv. Denn der Islam kennt nur Toleranz, solange
sie ihm nützt. Wo er bereits herrscht, verbietet Allahs Gebot
jegliche Toleranz gegenüber Ungläubigen. Denn noch mehr, als
es das Christentum je war, ist der Islam
eine absolutistische Religion. Wer von ihr Toleranz erwartet,
verhält sich wie ein Narr, der bei uns im Zeitalter der
Hexenverfolgung vom Inquisitor Toleranz erhoffte.
Vor allem jüngere Menschen, denen auch der Islam gleichgültig
ist, zeigen nicht einmal Toleranz, sondern ihre
Anything-Goes-Mentalität. Aufgewachsen in betulicher Für- und
Vorsorge und frei von Wissen, soweit es nur mühsam erwerbbar ist,
glauben sie, dass schon wie bisher in ihrem kurzen, unverdient
glücklichen Leben alles gut gehen wird. Ihre Freude an der
multikulturellen Vielfalt, an den Farben und Tönen aus
tausendundeiner Welten ist ehrlich, denn sie sind schlicht zu dumm, im
Tanz die Disziplinierung, in den Familienidylle den sozialen Terror, im
Ruf des Muezzin die Hasspropaganda zu erkennen. Wo alles geht, ist bald
alles verloren.
Gelegentlich mag auch Feigheit blind machen gegenüber
islamistischer Anmaßung. Ein grenzenloses Harmoniebedürfnis
führt dazu, alles
nur Erträgliche für ein bisschen Frieden zu tun. Große
Teile
der sich Friedensbewegung nennenden Spießervereinigung verweigern
sich
jeder politischen Analyse. Für sie ist Krieg schlicht böse,
sie
hätten auch den Krieg gegen Nazideutschland verurteilt.
Militanter als die Friedensbewegung zeigen sich die
Globalisierungsgegner, die unter dem Deckmantel sozialen und
politischen Engagements die Vereinigten Staaten und Israel verteufeln
und dabei gerne auf die Verschwörungstheorien von Islamisten wie
Tariq Ramadan zurückgreifen. Ihr moderner Antisemitismus wirkt auf
viele vermeintliche Antifaschisten so attraktiv, weil er nicht
rassistisch,
sondern politisch argumentiert und dadurch auch einem ehemaligen
SPD-Vorsitzenden
wie Rudolf Scharping erlaubte, den Irakkrieg einer „powerful – perhaps
overly
powerful – Jewish lobby“ zuzuschreiben. Mit Alain Finkielkraut
fürchte
ich, dass die Globalisierungsgegner noch eine große Zukunft vor
sich
haben: „Sie haben den Judenstern durch das Gleichheitszeichen zwischen
Hakenkreuz
und Davidstern ersetzt.“
Zahlreicher noch sind jene, die aus zivilisatorischem Überdruss
mit Islamisten sympathisieren. Ihnen erscheinen die Verhältnisse
im Westen verfault, das Leben in der Raffgesellschaft (die sie
komischerweise nie kapitalistisch nennen) sinnlos. Auch sie wissen zwar
nicht viel über den Islam, sind aber fasziniert von der
Schlichtheit, Geradlinigkeit, „Spiritualität“ islamischen Lebens.
Besonders gefällt ihnen die Behauptung, dass in islamischen
Ländern niemand Zinsen zahlen müsse und Almosen jedes Elend
lindern.
Ihnen erscheint der Islam als eine heile und doch wahrhaftige Welt, wie
es
sie zuletzt bei uns in der nationalsozialistischen Volksdichtung
gegeben
hat.
Der Übergang von diesen Sinnsuchern zu den Faschisten ist
fließend. Wenn Kaiser Wilhelm sich 1914 ungebeten zum Protektor
des Islam erklärte und umgekehrt der Mufti von Jerusalem Ende
März 1933 Nazideutschland seine Dienst anbot, richtete sich dies
zuerst gegen den gemeinsamen Feind England. Doch unabhängig von
solchen taktischen Erwägungen ähneln Islam und Faschismus
einander. In beiden Glaubensgemeinschaften zählt der Einzelne,
solange er sich nicht opfert, wenig, die Gemeinschaft alles. Beide
unterliegen unveränderlichen, scheinbar ewigen Gesetzen, sind
unerbittlich
gegenüber Abtrünnigen und Andersgläubigen, verachten den
„american
way of life“ und die Juden. Noch im Frühjahr 1944 ließ
Heinrich
Himmler in Guben eine Imam-Schule eröffnen, in der die 12 000
Muslime
der bosnisch-hercegovinischen SS-Gebirgsdivision erweckt werden sollten
zu
Soldaten, die den Tod verachten, um ein freies Leben zu gewinnen.
Wo, wie im Westen, der Antisemitismus zur Zeit noch nicht wieder ganz
offen ausgelebt werden darf, wiederkäut der Bildungsbürger
den Antiamerikanismus, schließlich weiß man ja, wer
für diese kulturlose Zivilisation verantwortlich ist. Noch
befriedigender freilich ist es, aus rein humanitären Motiven jene
zu unterstützen, die das unvollendet gebliebene Werk
Nazideutschlands, die Vernichtung aller Juden, offen propagieren und
endlich zu einem Abschluss bringen könnten. So kommt zur
ideologischen Verwandtschaft die Zweckgemeinschaft hinzu.
Faschistoides Denken und Fühlen sowie unterdrückter
Antisemitismus machen es vielen Menschen schier unmöglich, die
Gefahren des Islam zu erkennen. Für die Herrschenden aber ist der
Islam ein durchaus interessantes Modell. Denn Selbstbewusstsein,
Individualismus, Rechtstaatlichkeit erschweren die Verwaltung und
Nutzung der Menschen im Westen. Ihre Selbstverwirklichung erweist sich
im Kapitalismus zunehmend als kontraproduktiv, eine kritische
Öffentlichkeit als lästig. Der islamistische Terror bietet
den Vorwand,
den Sicherheitsapparat noch weiter auszubauen, noch umfassendere
Überwachungsmöglichkeiten
durchzusetzen, ohne einen Widerstand der zutiefst verunsicherten
Bevölkerung
befürchten zu müssen. Tatsächlich aber scheint es bei
all
diesen Maßnahmen gar nicht darum zu gehen, potentielle
Terroristen
an der Durchführung von Anschlägen zu hindern, denn das
ließe
sich auch mit bereits bestehenden Bestimmungen und Gesetzen
bewerkstelligen.
So hatte der Hamburger Verfassungsschutz seit Jahren einen Informanten
in
der Al-Quds-Moschee, in der sich Mohammed Atta, einer der Todespiloten
vom
11. September 2001, Ramzi Binalshibh, der mutmaßliche Organisator
des
Anschlags, sowie der Student Mounir Al Motassadeq häufig getroffen
haben.
Sollten die Hamburger Verfassungsschützer tatsächlich keine
Ahnung
gehabt haben von der Gewaltbereitschaft dieser Gotteskrieger? Und wie
kommt
es, dass nach den Anschlägen in den USA von der Hamburger Justiz
völlig
überraschend rechtstaatliche Bedenken geäußert wurden,
wie
sie gegenüber Linksradikalen undenkbar sind? Man stelle sich nur
vor,
ein Motassadeq hätte vor 30 Jahren ähnlich enge Kontakte zu
Baader
oder Meinhof gehabt. Er könnte von Glück sprechen, wenn er
nach
drei Jahrzehnten inzwischen freigelassen worden wäre. Der
Atta-Freund dagegen darf sich in Freiheit auf die Revisionsverhandlung
vorbereiten.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Duldsamkeit
gegenüber islamistischen Verdächtigen weniger der
Rechtstaatlichkeit als politischer Nützlichkeit entspringt. Ein
dreißigjähriger Algerier z. B.,
der in Syrien verhaftet worden war, als er Ende März in den Irak
reisen
wollte, konnte nach seiner Überstellung nach Hamburg frei und
unbehelligt
hier leben, bis Italien einen Auslieferungshaftbefehl erließ. Ein
Mailänder
Staatsanwalt verdächtigt ihn, einer islamistischen Terrorzelle
anzugehören.
Hamburger Behörden hatten wieder einmal keine Ahnung?
Auch der islamistische Umgang mit der Geschichte scheint hierzulande
manchem vorbildlich. Während, worauf der Historiker Wolfgang Benz
hinwies, bei uns Holocaustleugnern (noch) eine Gefängnisstrafe
droht, geht in der Türkei ins Gefängnis, wer von der
Ermordung von 1,5 Millionen christlicher Armenier durch Muslime,
für Hitler das Modell zur Lösung der „jüdischen Frage“,
spricht. Und den Medien gelingt zwar die Entleerung der Hirne und die
ruhigstellende Ablenkung, aber sie versagen bei der völkischen
Motivierung. Ein einfaches, ideologisch geschlossenes und
wirtschaftliche Interessen scheinbar kaum tangierendes System wie der
Islam könnte leisten, was den christlichen Kirchen nicht mehr oder
noch nicht wieder gelingt: Die Formung des gefügigen Untertans,
dessen grandiose Jenseitsträume das triste Erdenleben
erträglich machen. Als Religion ist der Islam auch
gegen Totalitarismusvorwürfe gefeit. Solange im Westen die
Einübung in den totalitären Gehorsam durch Mülltrennung,
Ökozwänge, Rauchverbote und ähnliches erfolgen muss,
wird es immer ein paar Menschen geben, die dagegen argumentieren. Wird
aber der gleiche Unsinn zum göttlichen Gebot – und der Islam kennt
unzählige längst anachronistisch gewordene Verhaltensgebote
ähnlicher Güte – verstummt der Widerstand, da jede
Missachtung göttlicher Gebote mit härtesten Strafen belegt
werden
kann, ohne auf bürgerliche Gesetzbücher Rücksicht nehmen
zu
müssen.
Umgekehrt darf ein Gläubiger hetzen, wie er will. Als in den
Niederlanden ein islamischer Prediger Homosexuelle als sündige
Kranke schmähte, weigerten sich die Richter, ihn zu verurteilen,
weil er nur sein religiös begründetes Recht auf freie
Meinungsäußerung wahrgenommen habe. Da ist es nicht
verwunderlich, dass Papst Woytyla, nachdem er seinen viel gepriesenen
Beitrag zur Aufweichung des Sozialismus geleistet hat, nun den
Schulterschluss mit den Muslimen sucht, wobei ihm protestantische
Bischöfinnen und Bischöfe dialogbegierig beistehen. Denn wie
schon das Verhältnis der Christen zu Kommunisten und Faschisten
zeigte, ziehen Kirchenführer Andersgläubige Ungläubigen
immer vor. Auch die Vereinigten Staaten, nicht gerade zimperlich im
Umgang mit Antikapitalisten und anderen Staatsfeinden, respektieren
ganz selbstverständlich die religiösen Bedürfnisse von
Gottesanbetern. Jeder Gefangene in ihrem Lager Guantanamo bekommt zwar
keinen zivilen Verteidiger, aber einen Koran, eine grüne Matte und
eine Kappe für das Gebet. In allen Zellen weist zudem ein
schwarzer Pfeil auf dem Boden oder der Bettpritsche in Richtung Mekka.
Auch wo Menschenrechte nichts mehr gelten, wird im Westen jeder Glaube,
wenn er nur religiös ist, respektiert.
Es gibt also zahlreiche psychische und politische Motive, die eine
Aufklärung über den Islam so schwer machen. Doch seine
Geschichte und Gegenwart zeigen, wie viel wir Menschen im Westen bei
einer Islamisierung zu verlieren haben. In jahrhundertelangen blutigen
Kämpfen haben Europäer rudimentäre Formen der Freiheit,
Eigenverantwortung, Emanzipation, Wissenschaftlichkeit und Demokratie
erkämpft. Wenn der Westen sich nicht wehrt gegen die islamische
Anmaßung, all diese Errungenschaften rückgängig zu
machen,
erweist er sich als so dumm, verfault, feige, wie er von den Muslimen
eingeschätzt
wird. Nur Widerstand gegen eine Islamisierung gibt Hoffnung, die Zeit
zu
überdauern, bis der statische Islam wie alle statischen
Erscheinungen
an der sich verändernden Welt zerbricht.
Da ich den Islam nicht für demokratiefähig und auf absehbare
Zeit auch nicht für reformfähig halte, scheint mit eine
Ausgrenzung die
einzige Perspektive. Der amerikanische Versuch, mittels Truppen die
islamistischen Staaten zu modernisieren, sie also an das westliche
Zivilisationsniveau heranzuführen, wird mangels Gewaltbereitschaft
scheitern. Völlig zu Recht wäre die westliche Gesellschaft
nicht bereit, Hunderttausende Muslime zu töten, um den
religiösen Sumpf auszutrocknen.
Nun sind wir zwar noch in der Lage, unsere Beziehungen zu den
islamistischen Staaten nach dem Gleichwertigkeitsprinzip zu gestalten:
Der Westen toleriert auf seinen Territorien nichts, was nicht auch
islamistische Staaten dem Westen gewähren. Dafür müssen
wir endlich begreifen, dass demokratische Spielregeln, multikulturelle
Großzügigkeit im Verhältnis zu
faschistoiden Gesellschaften unweigerlich in den Abgrund führen.
Der
Westen darf sich nicht weiter Islampredigern ausliefern. Dies kann
längerfristig freilich nur gelingen, wenn wir uns aus der
energiepolitischen Geiselhaft befreien und unabhängig machen von
Erdöllieferungen aus islamistischen Staaten. Mit
größter, unsere schwächelnde Wirtschaft stimulierender
Anstrengung könnte dies in einem Jahrzehnt geleistet werden. Die
Technologien für alternative Antriebsenergien mobiler Motoren sind
vorhanden, allein das immer noch billig scheinende Öl und geringe
Innovationsbereitschaft verhindern ihre schnelle Entwicklung zur
Serienreife. Sämtlicher stationäre Energiebedarf könnte
ebenfalls innerhalb eines Jahrzehnts größtenteils durch
Atomkraft gedeckt werden. Wenn Menschen glauben, Islamisten durch
Aufklärung zivilisieren zu können, sollte eine
Aufklärung von Atomkraftgegnern als weit weniger voluntaristisch
zumindest versucht werden - vielleicht mit dem Hinweis, dass in der
fünfzigjährigen Geschichte der industriellen Atomkraftnutzung
trotz des leichtfertig riskierten GAUs in Tschernobyl weniger Menschen
durch Atomkraftwerkunfälle ums Leben gekommen sind als seit 1992
durch islamistischen Terror allein in Algerien.
Wenn der Westen zudem bereit wäre, sämtlichen Waffen- und
Technologietransfer in islamische Staaten zu unterbinden, müsste
Allah zeigen, wie mächtig er tatsächlich ist. Gelingt es ihm,
das dann reichlich vorhandene, doch überflüssige Öl in
Hirsebrei zu verwandeln, muss ich Abbitte leisten. Aber ich bin sehr
zuversichtlich, dass dies nicht der Fall sein wird,
sich vielmehr Not und Hunger erneut als Motor der Aufklärung
erweisen werden.
Der Westen ist weder in der Lage, noch dazu berechtigt, seine
unzulängliche, doch mühsam erkämpfte Zivilisation
klimatisch weniger begünstigten Völkern
überzustülpen. Aber noch ist er stark genug, sie in die
Emanzipation vom Aberglauben zu zwingen. Die Menschheit hat in ihrer
kurzen
Geschichte schon so viel erreicht, sie hat das Rad erfunden, Ackerbau
und
Viehzucht, Speichermedien, Roboter.... Sie hat gigantisch viel gelernt
und
will noch sehr viel mehr lernen. Die Befreiung aus der Gläubigkeit
ist
ihr nächstes großes Ziel, im Osten, im Westen, überall.
© 2004 Karl Pawek
pawek@web.de
|