alles
Paweks
online
Archiv
.
- Home - Magazin - Vorsicht - Galerie
- Links

a . Rauchfrei 

.

Zwar sind die meisten Deutschen der traditionellen Überzeugung, dass die Amerikaner spinnen, dennoch sind sie nur allzu gerne bereit, deren größte Verrücktheiten wie den Gesundheits- und den Anti-Raucher-Wahn zu übernehmen. Was seit Jahren in den USA praktiziert wird, soll nun auch in Deutschland möglich werden: rauchenden Arbeitnehmern eine Einstellung zu verweigern.

Nun gibt es auch in Deutschland Unternehmer wie Werner Maiwald (BuS Elektronik GmbH & Co. KG), die nach Gutsherrenart schon seit Jahren keine Raucher einstellen, doch taten sie dies bisher auf eigenes Risiko, ohne freilich wirklich etwas zu riskieren. Kein Gewerkschafter, kein Arbeitsrechtler hat es gewagt, gegen diese Diskriminierung vorzugehen.

Daran wird auch das neue Antidiskriminierungsgesetz nichts ändern, ist es doch nur ein Produkt politisch korrekter Schaumschläger zur Umsatzsteigerung im Justizwesen. Niemand darf wegen seiner sexuellen Präferenzen benachteiligt werden? Ich hoffe, wenigstens ein Pädophiler hat den Mut, sich in einem Einstellungsgespräch zu offenbaren. Und man komme ihm nicht mit dem Hinweis auf die Strafbarkeit seines Verhaltens. Bis vor kurzem war auch die Homosexualität noch strafbar. Das Alter eines Menschen darf nicht den Zugang zur Bildung behindern? Ihr Millionen Rentner, die Ihr noch nicht völlig verblödet seid und genug habt von den täglichen Soaps im Fernsehen, schreibt Euch als Gasthörer in den deutschen Universitäten ein! Niemand darf wegen seiner ethnischen Herkunft benachteiligt werden? Ihr Neger und Zigeuner, die Ihr zu Verschleierung Eurer Missachtung nicht so genannt werden dürft, zeigt deutschen Vermietern, dass Ihr Euch keinen Spaß entgehen lasst. Und Ihr Genossen, die Ihr die Welt marxistisch anschaut, schämt Euch nicht länger Eurer Intelligenz und bewerbt Euch als Banker, Offiziere, Staatsanwälte.

Keine Gleichbehandlung allerdings sieht dieses alberne Gleichbehandlungsgesetz für Raucher vor. Und weil sie im Gesetzestext nicht erwähnt werden, darf nun jeder nach Belieben Rauchern einen Arbeitsplatz verweigern. (Zu gerne wüsste ich, was passiert, wenn ein Unternehmer es wagen würde, Nichtraucher so zu behandeln.) Das alles könnte man lustig finden, wäre der Anti-Raucher-Wahn nach dem religiösen Fundamentalismus nicht die gefährlichste Ideologie.

Schon erklären sich in den USA (und werden sich demnächst bei uns) die ersten Gemeinden zu rauchfreien Städten. Rauchern darf nun auch in Deutschland der Arbeitsplatz und der Zutritt zu öffentlichen Räumen, demnächst auch der Aufenthalt in Restaurants und Kneipen verweigert werden. (Der Einwand, das Verbot gelte nicht für Raucher, die nicht rauchen, ist unsinnig, denn ein Raucher, der nicht raucht, ist kein Raucher, sondern ein Nichtraucher.) Bald werden Schilder von rauchfreien Städten, Gasthäusern, Parkanlagen künden und fast niemandem die Ähnlichkeiten mit Nazideutschland auffallen. Damals waren es die Juden, die – lange bevor es gesetzlich vorgeschrieben wurde – fast niemand mehr einstellen wollte, denen der Zutritt zu Lokalen, das Sitzen auf Parkbänken untersagt wurde aus hygienischen Gründen. Gewiss waren diese nur ein Vorwand zur beabsichtigten Eliminierung der Juden, aber auch die Anti-Raucher-Kampagne verfolgt andere Zwecke als propagiert. Andernfalls müssten sich Warnhinweise auf jeder Schokoladen- und Butterpackung, auf Wein-, Bier- und Schnapsflaschen, auf Deodorants und Sonnenschutzmitteln, erst recht auf Badestränden, Durchgangsstraßen, an Kaminen und auf Kerzen finden. Aber Raucher provozieren nicht, weil sie sich und angeblich andere gefährden oder höhere Sozialkosten verursachen, ein Argument, das allein durch Logik widerlegbar ist: Wenn es stimmt, dass Raucher, die jährlich über 16 Mrd. Euro Tabak- und Mehrwertsteuer aufbringen, früher sterben, alimentieren sie nicht nur zu Lebzeiten den Sozialstaat, sondern ersparen ihm durch ihren vorzeitigen Tod erhebliche Sozialkosten.

Die wahre Absicht der Raucherfeinde ist nicht Vor- und schon gar nicht Fürsorge, sondern die Unterdrückung einer Selbstbestimmung, die sich dem Gesundheitszwang und Verzichtsgebot verweigert. Da aber alle gängigen Argumente gegen das Rauchen nicht die Massen oder zumindest eine Bundestagsmehrheit mobilisieren konnten im Kampf gegen den Tabak, wurden die Gefahren des Passivrauchens entdeckt. Vielleicht gibt es tatsächlich Menschen, die nachweislich, nicht nur statistisch, am Rauch ihrer Mitmenschen gestorben sind. Doch muss dann ihre Gesundheit schon so gefährdet gewesen sein, dass die geringste Belastung – das kann auch ein Schokoladenstück, der Stich einer Biene, eine steile Treppe, der zu gute Tropfen, der Geschlechtsverkehr zu viel gewesen sein – ihren Organismus überwältigte. Doch mit dem Argument Passivrauchen – hoffentlich finden die „Lebensschützer“, die ihren Mitmenschen die Selbstbestimmung über ihren Tod verweigern, nicht ein ähnlich schlagendes – gelang den Tabakfeinden der Durchbruch. Wie es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts „wissenschaftlich“ erwiesen war, dass Judenblut den Körper von Ariern schädigt, gilt es heute „wissenschaftlich“ als bewiesen, dass Passivrauchen Nichtraucher tötet.

Auffällig ist auch eine weitere Parallelität. Sowohl Judenhass wie auch Anti-Raucher-Wahn treten wellenförmig in Erscheinung. Auf Phasen der Verfolgung, die früher auch für Raucher tödlich sein konnten (s. www.geschichte-des-rauchens.de), folgten immer wieder Phasen des friedlichen Nebeneinanders, bis erneut die Unterdrückung, Verfolgung einsetzte, wofür „Wissenschaftler“, allen voran Mediziner, die jeweils passende Begründung lieferten. Verdienstvoll, freilich kaum karrierefördernd wäre es, die ökonomischen Ursachen solcher Aufwallungen herauszuarbeiten.

Jede Gesellschaft hat ihre Prügelknaben, die sie für selbstverschuldete, doch unerträglich werdende Probleme verantwortlich machen kann. Im christlich-muslimischen Raum dienen seit vielen Jahrhunderten die Juden als Blitzableiter, wenn Spannungen die Gesellschaft zu zerreißen drohen. So resultiert der einen neuen Wellenkamm bildende arabische Hass auf die Juden aus der islamistischen Unfähigkeit, ökonomisch und somit gesellschaftspolitisch Anschluss zu finden an globale Standards. Diesen Anschluss droht auch das in satte Lethargie und irrationale Ängste verfallene Deutschland zu verlieren. Noch aber verhindern historische Umstände den ungezügelten Ausbruch des üblichen Antisemitismus. Und da auch die Kommunisten mangels Masse als Ablenkungs- und Ableitungsobjekte weggefallen sind und der Antiamerikanismus aus ökonomischen Gründen noch auf Sparflamme gehalten werden muss, bieten sich die Umweltzerstörer als Ersatz an. Selbstverständlich gilt auch hier, dass die wahren Verursacher der Umweltbelastung, Unternehmen und Einrichtungen im Besitz der herrschenden Klasse, nicht ernsthaft belangt werden dürfen. Also wählte sich die Gesellschaft die Raucher als Ersatzobjekte, zumal diese immer schon und gewiss zu Recht als unverschämt und auch ein wenig andersartig gegolten haben.

Die angebliche Sorge um die durch Raucher gefährdete Volksgesundheit ist also vor allem ein staatlich und wissenschaftlich geförderter Antisemitismusersatz.



© 2006 Karl Pawek
pawek@web.de

a . .
alles
Paweks
online
Archiv
.
- Home - Magazin - Vorsicht - Galerie
- Links